
Eine-Welt-Forum
Gutes Leben für alle
Inspirationen aus dem Pluriversum*
Samstag, 7. November 2026, 9 bis 16.30 Uhr
Café Kosmos, Futterstraße 4, Saarbrücken
Wie kommen wir zu einer Welt, in der gutes Leben für alle möglich ist? Was können wir von den vielfältigen Gesellschaften und Kulturen der Welt lernen? Welche politischen, kulturellen, sozialen und spirituellen Impulse können dabei helfen? Und wie können wir damit ins Handeln kommen?
Wir laden ein, diesen Fragen gemeinsam nachzugehen. Ein Vortrag zum Pluriversums-Konzept, interaktive Workshops zu Ubuntu (Afrika), Naturrechten (Südamerika), solidarischer Gemeinschaft (Philippinen) und emanzipatorischem Theater (Brasilien) und im Anschluss ein offener Inspirationsraum bringen vielfältige Perspektiven, Lösungsansätze und Erfahrungen aus dem Globalen Süden zusammen.
Gemeinsam wollen wir erkunden, was wir davon für unser Engagement im Saarland mitnehmen können – und Lust machen, die Eine Welt mitzugestalten.
Die Teilnahme ist kostenlos, Verpflegung inklusive. Spenden sind willkommen.
--> Zur Anmeldung: https://survey.lamapoll.de/Anmeldung_EineWeltForum
*Was bedeutet Pluriversum?
Menschen haben überall auf der Welt vielfältige Perspektiven, Rituale, Methoden und Formen des Zusammenlebens und der Gesellschaftsgestaltung entwickelt. Der Gedanke des Pluriversums lädt dazu ein, diese Vielfalt miteinander zu verbinden, voneinander zu lernen und daraus gemeinsam neue Wege für eine friedliche, nachhaltige und lebenswerte Welt zu gestalten.
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Programm:
09.00 Uhr | Ankommen |
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10.00 Uhr |
mit Dr. Keith Hamaimbo |
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Impuls:
Eine Welt, in die viele Welten passen
Das Pluriversum als Aufbruch für die entwicklungspolitische Bildung
Dr. Keith Hamaimbo
Seit Jahrzehnten gilt „Entwicklung“ häufig als Weg, auf dem der Globale Süden dem Norden folgen soll. Der Pluriversum-Ansatz stellt diese Einbahnstraße infrage: Er rückt die Vielfalt an Lebensweisen, Wirtschaftsformen und Weltbildern in den Blick, mit denen Menschen weltweit ein gutes Leben für alle gestalten.
Der Impuls erläutert das Konzept und berichtet von Erfahrungen aus der Veranstaltungsreihe „PLURIVERSUM – Global South Impulse: Vielfalt als Zukunftsprinzip“ in Nordrhein-Westfalen. Er fragt, warum auch Deutschland ein „Entwicklungsland“ ist und was wir vom Globalen Süden lernen können.
Workshops:
a) Ich bin, weil wir sind – Ubuntu erleben
Verbundenheit mit Menschen, Ort und Herz: Impulse aus Afrika und Lateinamerika
Dr. Keith Hamaimbo
Ubuntu ist ein Konzept aus dem südlichen Afrika. Es versteht den Menschen nicht als Einzelwesen, sondern als Teil eines Geflechts aus Beziehungen zu anderen Menschen und zur Natur.
Zwei verwandte Ansätze aus Lateinamerika erweitern diesen Blick: Kametsa Asaike der Asháninka in Peru steht für ein gutes Zusammenleben an einem konkreten Ort, Sentipensar aus Kolumbien für ein Denken, das Kopf, Herz und Körper verbindet.
Im Workshop wird nicht viel erklärt, sondern ausprobiert: mit Übungen zu Wahrnehmung, Begegnung und Gemeinschaft. Die Teilnehmenden spüren nach, wo Verbundenheit im eigenen Leben und Engagement bereits wirkt – und fragen, was diese Impulse für ihre Bildungsarbeit und ihr Handeln im Saarland bedeuten können.
b) Gemeinschaft stärkt Resilienz
Ein Blick auf die Philippinen
Lilli Breininger
Wie können Gemeinschaften mit Extremwetter, Überschwemmungen und anderen Krisen umgehen – und was können wir aus Erfahrungen und Ansätzen von Menschen auf den Philippinen lernen?
In diesem interaktiven Workshop beschäftigen sich die Teilnehmenden mit Ansätzen der Katastrophenvorsorge, gemeinschaftlicher Unterstützung und Klimaanpassung. Anhand konkreter Beispiele entwickeln sie eigene Ideen und übertragen zentrale Prinzipien auf ihren lokalen Kontext.
Im Mittelpunkt stehen Perspektivwechsel, gemeinsames Lernen und die Frage, was resiliente Gemeinschaften ausmacht.
c) Rechte für die Natur
Südamerikanische Kosmologien als Inspiration für Klimagerechtigkeit
Gloria Vasquez
In Südamerika haben unter anderem Flüsse an verschiedenen Orten den Status als Rechtssubjekt erhalten. Der Workshop beleuchtet wichtige Beispiele und fragt, inwiefern südamerikanische Kosmologien Inspiration für mehr Klimagerechtigkeit bieten können.
Dabei gehen wir auch unserer eigenen Verbundenheit mit der Natur nach: Haben wir ein „Pachamama-Gefühl“ – oder können wir es entwickeln? Kann diese Verbundenheit dazu beitragen, unsere Motivation für den Schutz von Flora und Fauna zu stärken?
Außerdem werden Möglichkeiten vorgestellt und diskutiert, wie wir uns konkret für einen stärkeren rechtlichen Schutz der Natur einsetzen können.
d) Die Welt ist veränderbar …
Das Bilder- und Statuentheater Augusto Boals
Lorenz Hippe
Der brasilianische Theatermacher und Politiker Augusto Boal entwickelte mit dem Theater der Unterdrückten Formen zur Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse durch Theater.
Im Bilder- und Statuentheater untersuchen wir anhand konkreter Erfahrungen aus Engagement, Aktivismus und Vereinsarbeit die Verhältnisse: Wie sehen wir sie? Wie wünschen wir sie uns? Und welche Schritte könnten uns diesem Wunsch näherbringen?
Im Spiel. Körperlich. Gemeinsam. Mit allen Sinnen. Vorerfahrungen sind möglich, aber nicht nötig.
Impulsraum - Pluriversums-Café:
Nach den Workshops öffnet sich der Raum.
Wer noch mehr kennenlernen möchte, findet weitere Impulse und Perspektiven aus unterschiedlichen Weltregionen.
Gleichzeitig bringen die Menschen, die zum Eine-Welt-Forum kommen, selbst viel Wissen und Erfahrung mit. Im Pluriversums-Café ist deshalb auch Raum, eigene Perspektiven einzubringen, miteinander ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen.
Und schließlich geht es um die Frage: Was machen wir damit?
Was können wir aus den Impulsen für unsere eigene Arbeit und unser Engagement mitnehmen? Welche Ideen möchten wir weiterverfolgen? Was lässt sich im Saarland umsetzen – und was könnten wir gemeinsam anstoßen?


