Ein bunter abwechslungsgreicher Tag mit der Lust auf mehr!

Das Wetter hat gehalten! Das war zunächst die wichtigste Sache, denn schließlich sollte mit Kreide auf dem Boden gemalt werden, und diese benötigt eine trockene Unterfläche.

Die Stimmung war bestens, weil viele helfende Hände mit am Werk waren, um die Gedankenkarte anzufertigen. Insgesamt waren um die 300 Menschen über den Tag verteilt an der Aktion beteiligt, was bei der Wettervorhersage und doch herbstlichen Temperaturen als Erfolg angesehen werden kann . Auf dem Platz entstanden vier Kreidebilder, die von zwei tatsächlichen Fluchtgeschichten (Syrien und Afghanistan) ergänzt wurden.

Gerade die Fluchtwege, die aus insgesamt 36 Blättern bestanden, stießen auf viel positive Resonanz:

Das Lesen des Weges mit gesenktem Kopf erzeugte bei mir eine demütige Haltung, hat mich mit auf die Reise genommen und sehr bewegt.“

Hier ist ein Mensch von Flucht betroffen und nicht etwa ein Syrer oder Afghane...“

Ich möchte die Fluchtgeschichten gerne mit meiner Schulklasse aufgreifen und künstlerisch, kreativ verarbeiten!“

Solche Aussagen ermutigen uns und wir freuen uns bereits auf die anstehenden Projekte in Schulen.

Ein weiterer Höhepunkt war das Guerilla-Theater von Eugen Georg, der gerade dabei ist ein Theaterstück mit Geflüchteten zu entwickeln. Unsere aufblasbare Weltkugel war bei dem Stück im Mittelpunkt und wurde unter lauten Rufen zwischen den Teilnehmenden hin und her geschossen, geschlagen und geworfen. In der Mitte befand sich der Staat, durch einen Teilnehmenden mit verbundenen Augen symbolisiert, der diesem Ball- und Worthagel standhalten musste bzw. ausgesetzt war. Ein interessantes Konzept das für viel Bewegung und Begeisterung sorgte und dennoch für das Thema sensibilierte.

Die zweite Aktion befasste sich mit Europa als Grenze. Hierfür sollte versucht werden mit einem Fußball durch ein kleines Tor zu schießen, welches die zwölf Sterne Europas zierte:

Schießt euch den Weg frei! Oder die Unmöglichkeit das Nachzufühlen, was Flüchtlinge durchmachen wenn sie Europas Mauern durchbrechen“

So der Auftrag, der wie auf den Fotos zu erkennen mit Bravur gelöst wurde. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an den Künstler und Regisseur Eugen Georg für sein Engagement!

Als Netzwerk für Entwicklungspolitik geht es uns natürlich stark um die Ursachen von Flucht und so kam wieder unsere tolle 20 qm große Weltverteilungsplane zum Einsatz. Das bei uns beliebte, weil sehr anschauliche Weltverteilungsspiel, zeigt auf spielerische Weise, wo auf der Welt Mensch lebt, reich ist, Klimagase aussondert und migriert bzw. flüchtet. Das führt immer zu mehreren Aha-Erlebnissen gleichzeitig.

Ein großer Dank an Magdalena Mohr, die extra aus St.Wendel zu uns gekommen ist und sich dort mit ihrem ehrenamtlichen Projekt, um Sprachkurse kümmert. Eine unterstützenswerte Initiative! Ebenfalls anwesend, Engagierte des Projektes „Ankommen“, die wichtige Infos zum ehrenamtlichen Engagement hier in Saarbrücken dabei hatten, für Fragen zur Verfügung standen und von ihrer Arbeit berichtet haben.

Weitere künstlerische Unterstützung kam von Alexander Karle, der den Landwehrplatz kurzerhand zu seinem Atelier umfunktionierte und so den gesamten Zeitraum über den Tag malend begleitete.

Von politischer Seite waren Katrin Frey (Ministerium für Bildung und Kultur) Andreas Augustin (Piratenfraktion), sowie Heike Kugler (Die Linken) anwesend und beteiligten sich engagiert am Austausch und den Aktionen.

Herzlichen Dank an alle, und vor allem an die vielen, die ich nicht namentlich erwähnt habe.