Donnerstag, 21. Mai 2015

Zurückgelassene Kinder und auseinandergerissene Familien - 7 Jahre ohne Mama

Film "Mama Illegal" und anschließende Diskussion zu globaler Arbeitsmigration und Zwangsarbeit in Europa

Am Donnerstag, den 21. Mai zeigen das Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V., Violen e.V., das Bündnis Sklavenlos, der Integrationsbeirat Völklingen und der Saarländische Integrationsrat ab 18:30 Uhr in der Kulturhalle Wehrden in der Schaffhauserstr. 18 in 66333 Völklingen den Film "Mama Illegal". Im Anschluss an den Film diskutiert Philipp Schwertmann, Leiter des Fachbereichs „Migration und Gute Arbeit“ bei Arbeit und Leben Berlin, mit dem Publikum zu globaler Arbeitsmigration und Zwangsarbeit in Europa. Der Eintritt ist frei.

Der mehrfach ausgezeichnete Film "Mama Illegal" begleitet Frauen mit der Kamera, welche aus Moldawien nach Westeuropa fortgehen und ihre Kinder und Familien zurück lassen müssen. Dabei sehen sie sich teilweise über Jahre nicht, wie z.B. Natasha, welche 7 Jahre nicht bei ihrer Tochter sein konnte, da die Frauen oft ohne Visum und damit illegal einreisen. Sie leben unter uns und bleiben dennoch unsichtbar. Sie putzen unser Klo, machen unsere Betten und pflegen unsere Eltern, um den Lebensunterhalt der Familie in der Heimat zu sichern.

Philipp Schwertmann vom "Bündnis gegen Menschenhandel zur Zwangsausbeutung" geht im Anschluss an den Film auf das Leben der Menschen ein, welche nach Europa kommen, um hier freiwillig oder auch unter Zwang zu arbeiten. Er beschreibt die Situation derer, welche in Haushalten, der Gastronomie oder Landwirtschaft tätig sind. Oft werden sie dabei ausgebeutet oder gar gegen ihren Willen zur Arbeit oder zu schlechten Arbeitsbedingungen gezwungen.

Welche Verantwortung trägt Europa für diese Menschen und dafür, dass sie nicht Opfer von Zwangsarbeit oder Menschenhandel werden? Warum hat Deutschland bislang noch nicht die überfällige EU-Richtlinie zur Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels umgesetzt?


Diese Veranstaltung findet statt im Rahmen des Europäischen Jahres für Entwicklung, welches unter dem europaweiten Motto „Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft“ steht. Auch im Saarland werden Aktivitäten zu den Themen Europa und Entwicklungspolitik organisiert. Die Europäischen Jahre werden seit 1983 von der EU ausgerufen und sollen europaweite Aktivitäten und Diskussionen zu den jeweiligen Themen anregen. Weil 2015 für die Weltgemeinschaft ein bedeutendes Jahr sein wird – es werden im September auf der UN-Generalversammlung neue, weltweit geltende Nachhaltigkeitsentwicklungsziele für die nächsten 15 Jahre verabschiedet – steht das Europäische Jahr 2015 unter dem Thema „Entwicklung“.

 

Gefördert von Engagement Global aus Mitteln der Europäischen Union und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

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