Dienstag, 24. Juni 2014

Film "Rebellen am Ball" 19 Uhr

ARTE Dokumentation und Diskussion über die gesellschaftsrelevanten Funktionen des Fußballs.

Regie: Gilles Pérez/ Gilles Rof, Frankreich 2012, 90 Minuten 

Der französische Ex-Fußballprofi Eric Cantona zeigt in dieser ARTE Dokumentation, dass Profisport und gesellschaftliche Verantwortung zusammengehören.  Er portraitiert fünf Profifußballer aus verschiedenen Jahrzehnten, die ihre Prominenz nutzten, um gegen das politische Regime ihres jeweiligen Landes zu protestieren oder um sich für eine gute Sache einzusetzen, und die zu Galionsfiguren für politischen Widerstand und gesellschaftliche Auflehnung jenseits sportlicher Leistungen wurden.


So rief der ivorische Fußballspieler Didier Drogba im Jahr 2004, als an der Elfenbeinküste ein blutiger Bürgerkrieg herrschte, trotz der Warnungen seines Vereins und seiner Agenten zur Einigung auf und bat die gegnerischen Parteien um Waffenruhe.

Der Chilene Carlos Caszely wagte es 1973 als einer der wenigen Fußballstars seines Landes, öffentlich gegen das diktatorische Regime unter Pinochet zu protestieren.

Rachid Mekhloufi spielte in der französischen Nationalmannschaft und kehrte während des Algerienkrieges unerkannt in sein Land zurück, um ab 1958 in der Auswahl der algerischen Unabhängigkeitsbewegung FLN zu stürmen.

Der jugoslawische Nationalspieler Predrag Pasic gründete in den von Hass und Bombenhagel geprägten 90er Jahren eine multi-ethnische Fußballschule im besetzten Sarajewo.

Der Brasilianer Sócrates machte in seinem Land, in dem Anfang der 80er Jahre eine Militärdiktatur herrschte, jedes Spiel zu einem politischen Happening, auf dem er sich für Demokratie einsetzte.

Für Ex-Fußallprofi und Schauspieler Eric Cantona ist Fußball mehr als ein riesiges Geschäft und sportliche Unterhaltung: "Was ist Profifußball heute? Die Champions League? Unendlich hohe Transfersummen, aufständische Fans, Gewalt und Business? Stimmt, auch das gehört dazu. Doch ich will von etwas anderem erzählen: von echten Werten und echten Männern, von meiner Fußballwelt. Von Fußball, wie ich ihn spielte und wie ich ihn liebe - von Solidarität, Brüderlichkeit, Freiheit. Und ich möchte erzählen, warum dieser Fußball heute wichtiger ist denn je. Denn die Welt zu verändern, ist immer noch möglich."

Ort: Ministerium für Bildung und Kultur - Trierer Str. 33, 66111 Saarbrücken (Alte Post)

 

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