Kein Sonntagsgefühl für 50 Millionen Menschen
Zum Internationalen Tag der Erinnerung an den Sklavenhandel und seine Abschaffung laden wir zusammen mit Kooperationspartnern zu einem Aktionsfrühstück am St. Johanner Markt (Obertorstr.) samt Begegnung, Information und Gespräch ein.
Ein freier Sonntagmorgen, frischer Kaffee, Zeit zum Durchatmen – für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit. Für schätzungsweise 50 Millionen Menschen weltweit, die laut Internationaler Arbeitsorganisation in moderner Sklaverei und Zwangsarbeit leben, gibt es dieses Sonntagsgefühl nie.
Genau hier setzt der Aktionstag an: Anlässlich des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Gedenktags laden mehr Wert!, das Adolf-Bender-Zentrum und das NES am Sonntag, 23. August 2026, von 10 bis 14 Uhr zu einem öffentlichen Marktfrühstück mit fair gehandelten und regional erzeugten Produkten in der Obertorstraße am St. Johanner Markt ein.
Entdecken an vielen Stationen
Neben dem Frühstück will der Aktionstag mit einigen weiteren Stationen für die Geschichte und Gegenwart von Sklaverei, Zwangsarbeit und Ausbeutung sensibilisieren und globale wie lokale Zusammenhänge sichtbar machen. Außerdem werden positive Perspektiven aufgezeigt und konkrete Möglichkeiten des Engagements erfahrbar gemacht.
- Ein „Museum der Normalitäten“ spannt den Bogen vom Gestern über das Heute hin zu einem Morgen, das wir als Wunschvorstellung anvisieren, und lädt mit einer Bilderrahmen-Aktion zum Perspektivwechsel ein.
- Eine Themenstation des Adolf-Bender-Zentrums zeigt anhand ausgewählter Bilder aus dem Moorsoldatenzyklus, wie dessen Namensgeber Zwangsarbeit erlebte und in seiner Kunst verarbeitete.
- Ein „Krisen- und Chancenbaum“ macht Ursachen und Lösungswege sichtbar.
- Die „Fächer des Zwangs“ machen Lebensrealitäten von Sexarbeiter*innen und die Rolle verschiedener Abstufungen von Zwang sichtbar.
- Eine überdimensionale Zeitung – u. a. mit Materialien aus dem „Atlas der Versklavung“ – lädt zum Hineinlesen ein.
- „Denkzettel“ mit Definitionen und Fragen bieten Gesprächsanstöße, ergänzt durch aktuelle ILO-Informationen zur Zwangsarbeit.
Warum der 23. August?
Der Gedenktag erinnert weltweit an den Aufstand versklavter Menschen in der Nacht vom 22. auf den 23. August 1791 auf Saint-Domingue, dem heutigen Haiti – ein Wendepunkt im Kampf gegen den transatlantischen Sklavenhandel. Dass er 2026 auf einen Sonntag fällt, gibt der Leitfrage des Tages besondere Kraft: Wie fühlt sich Ihr Sonntag an?
Die Veranstaltenden laden alle ein, hinzuschauen, ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu überlegen, wie auf globaler Ebene eine gerechtere, solidarischere und menschenwürdigere Gesellschaft gestaltet werden kann.


