Angesichts der globalen Herausforderungen – wie Klimawandel, Migrationsbewegungen, Schieflagen in der internationalen Arbeitsteilung und Überlastung der Ökosysteme – benötigt unsere Gesellschaft einen tiefgreifenden Wandel. Hierbei spielt die Bildung eine herausragende Rolle. Es braucht vor allem neue Bildungsansätze und -ziele, um Orientierungswissen im globalen Kontext zu vermitteln und zum gestalte-rischen und kooperativen Handeln anzuregen.

In der Fachtagung „Das Saarland denkt global: Den Wandel durch Bildung mitgestalten“ erhalten Sie die Möglichkeit, durch spannende Workshops, interessante Vorträge und lebendige Austauschforen, Einblicke in Ansätze transformativer, den Wandel befördernder Bildung zu gewinnen. Und Sie können im Diskurs mit anderen Interessierten aus der formalen und non-formalen Bildung, Zivilgesellschaft, Unternehmen und Politik Ansätze identifizieren, diesen Wandel auch im Saarland mitzugestalten.

                            Die Fachtagung richtet sich an Menschen, die sich im schulischen und
        außerschulischen Bildungssektor für nachhaltige Entwicklung interessieren und engagieren.

                          
Die Veranstaltung ist als Fortbildung für Lehrer*innen anerkannt.
                                                               LPM-Nr.: F4.632-1278

               
                

 

                                        PROGRAMM

Donnerstag, 19. Oktober

08.30 h     Ankommen mit Heißgetränken

09.00 h     Begrüßung durch die Veranstalter*innen

09.15 h     Vortrag Transformation und Bildung:
                   Neue und alte Bildungsansätze als Beitrag zur Umsetzung
                   der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung
                   (Melanie Malter-Gnanou, Fachpromotorin für Globales Lernen)

 

Mehr Infos zum Vortrag...

Transformation und Bildung
Neue und alte Bildungsansätze als Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Transformative Bildung – was bedeutet das? Bildung für nachhaltige Entwicklung, Entwicklungspolitische Bildung, Globales Lernen – all dies sind Begriffe die wir schon irgendwo mal in verschiedenen Bildungskontexten gehört haben – wissen Sie, wie genau sie sich voneinander abgrenzen? In diesem Vortrag wird genau dieser Versuch der Abgrenzung und Einordnung all dieser Begriffe gewagt und aufgezeigt wo es mit einer ganzheitlichen transformativen Bildung hingehen könnte, wenn wir als Ziel haben ein friedliches, nachhaltiges und weltoffenes Saarland zu befördern – ganz im Sinne der Agenda 2030.

Referentin:

Melanie Malter-Gnanou, Fachpromotorin für Globales Lernen


10.00 h     Kaffee-Tee-Pause

10.30 h     Workshop-Phase 1 (Details siehe hier)

12.30 h     Mittagspause

13.30 h     Vortrag Transformation Design:
                   Mitgestaltung zwischen Maschinenherrschaft und konkreter Utopie
                   (Dr. Soenke Zehle, Hochschule der Bildenden Künste Saar)

 

Mehr Infos zum Vortrag...

Transformation Design
Mitgestaltung zwischen Maschinenherrschaft und konkreter Utopie

Am Anfang war die Angst - vor der Maschine, vor dem Fremden, vor dem Überschreiten der Grenze. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Auch die Prozesse der Digitalisierung werden von Ängsten ebenso begleitet wie von Hoffnung, Neugier und Zuversicht. Mit der Entfaltung solcher Widersprüche nimmt die Mitgestaltung des sozialen und technologischen Wandels ihren Anfang. Das Interesse am "Blick aufs Ganze" scheint mit der Radikalität dieses Wandels zu wachsen - das ist Chance und Herausforderung für neue Formen der Bildung, in denen mögliche Verbindungen technischer und nicht-technischer Ökologien begreifbar und damit gestaltbar werden. Impulse kommen hier, wie so oft, vor allem aus Zivilgesellschaft und sozialen Bewegungen, konkrete Utopien leben von der Freiheit des Experiments. Eine Skizze jener "Gegenerzählung" rund um die Neugestaltung des Mensch-Maschine-Verhältnisses, die derzeit an vielen Orten entsteht und uns einbindet in einen gemeinsamen Gestaltungsprozess.

Referent:

Dr. Soenke Zehle, Hochschule der Bildenden Künste Saar


14.00 h     Podium und Gesprächsrunden:

                   Chancen und Hürden zur Umsetzung transformativer Bildung im Saarland
                   (mit dem Minister für Bildung und Kultur des Saarlandes, Ulrich Commerçon,
                   Dr. Soenke Zehle, Hochschule der Bildenden Künste Saar
                   und
Melanie Malter-Gnanou, Fachpromotorin für Globales Lernen)

15.00 h     Workshop-Phase 2 (Details siehe hier)
                   inklusive Kaffee-Tee-Pause

16.45 h     Resümee des Tages

17.00 h     Ende

19.30 h     Rahmenprogramm im Filmhaus Saarbrücken:
                   Film „Hija de la laguna“ und Gespräch mit der Protagonistin Nélida Ayay Chilón aus Peru
                   Eintritt frei

Freitag, 20. Oktober

08.30 h     Ankommen mit Heißgetränken

09.00 h     Begrüßung und Einführung

09.15 h     Vortrag Transformation an der Wurzel:
                   Ressourcenabbau und Umweltzerstörung am Beispiel des Goldabbaus in Peru
                   (Nélida Ayay Chilón, Peru)

10.00 h     Kaffee-Tee-Pause

10.30 h     Pitches der Transformation:
                   Bildungsinitiativen zur Nachhaltigen Entwicklung stellen sich vor

11.30 h     Zusammenführung von Eindrücken und Ergebnissen (Plenum)

12.00 h     Mittagspause

13.00 h     In Aktion kommen:
                      a) Aktionsideen sammeln
                      b) Mit einfachen Dingen sensibilisieren
                      c) Kontakte vermitteln
                      d) Strategien entwickeln
                      e) Die Politik ansprechen

15.00 h     Verabschiedung

 

                                  Praktische Informationen

Der Veranstaltungsort...

... ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Ministerium für Bildung
und Kultur des Saarlandes

Trierer Str. 33
66111 Saarbrücken

(in der Nähe des Saarbrücker Hauptbahnhof)


 

Workshops - Übersicht

 
Workshops, die sich über beide Blöcke erstrecken (ca. 2 x 2 Stunden):


1) Große Transformation und transformative Bildung

     Was müssen wir eigentlich VERlernen, damit ein Wandel möglich ist?
     (Timo Holthoff, Eine Welt Fachpromotor für Globales Lernen bei VEN Niedersachsen)
2) Nachhaltige Entwicklung in der Schule - Neue Formen des Lernens im Projekt
     Einführungsworkshop - Dragon Dreaming und Design Thinking
     (Dr. Antje Schönwald, Europäische Akademie Otzenhausen und
     Jean-Philippe Baum, Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland)
3) Nachhaltigkeitsbildung als Basis für gesellschaftlichen Wandel
     Austauschen, netzwerken, anpacken
     (Meike Kartes, Asko-Europa-Stiftung, Projektleitung START Saar und
     Catherine Mentz, Zentrum BNE am Landesinstitut für Pädagogik und Medien)
Workshops in jeweils einem Block (ca. 2 Stunden):

10.30 Uhr bis 12.30 Uhr

15.00 Uhr bis 16.45 Uhr

4) Nachhaltige Bildungsansätze im und aus
     dem Globalen Süden

     (Elsa Muehling, Klangkünstlerin und
      Pädagogin)

4) Nachhaltige Bildungsansätze im und aus
     dem Globalen Süden

     (Elsa Muehling, Klangkünstlerin und 
      Pädagogin
      und Dr. Christian Runge, Myanmar-Partner e.V.)
5) Nachhaltig leben leicht gemacht!
     Wie kann man leicht einsetzbare
     Nachhaltigkeitsansätze im Unterricht
     einbauen?
     (Dr. Henning Smolka, Umweltkommunikator)
5) Nachhaltig leben leicht gemacht!
     Wie kann man leicht einsetzbare
     Nachhaltigkeitsansätze im Unterricht
     einbauen?
     (Dr. Henning Smolka, Umweltkommunikator)
6) Empowern! Wozu?
     Braucht gesellschaftliche Transformation
     neue Bildungsziele?
     (Eva Wessela, Europäische Akademie
     Otzenhausen)
6) Empowern! Wozu?
     Braucht gesellschaftliche Transformation
     neue Bildungsziele?
     (Eva Wessela, Europäische Akademie
     Otzenhausen)




Beschreibung der Workshops:

             

1) Große Transformation und transformative Bildung
    Was müssen wir eigentlich VERlernen, damit ein Wandel möglich ist?

Im Workshop nähern wir uns unterschiedlichen Vorstellungen und Theorien einer Großen Transformation. Wir ergründen einige Paradigmen der Moderne, die unserem sozio-ökonomischen System auf kultureller Ebene zugrunde liegen und Wandel verhindern. Wir fragen uns, wie Bildung zu einem Kulturwandel beitragen kann, indem sie jenseits von Wissensvermittlung wirklich transformative Lernprozesse, d.h. eine Veränderung unserer Werte, Denk- und Handlungsmuster, befördert. Wo sind wir mit unserer Bildungsarbeit vielleicht selbst in Mustern und Strukturen des zu überwindenden Systems gefangen? Was sind inspirierende Beispiele?

Referent:

Timo Holthoff,
Eine Welt Fachpromotor für Globales Lernen bei VEN Niedersachsen

           

2) Nachhaltige Entwicklung in der Schule - Neue Formen des Lernens im Projekt
    Einführungsworkshop - Dragon Dreaming und Design Thinking

Wie wird aus einer Idee ein erfolgreiches und nachhaltiges Projekt? Mit den Methoden des Dragon Dreaming und des Design Thinking können sie im Lehrbetrieb Projekte entwickeln, planen und so verwirklichen, dass sie eine lebenswerte Welt, die Gemeinschaftsbildung und die persönliche Entwicklung unterstützen. In dem Einführungsworkshop wechseln sich kurze Theorieeinheiten mit praktischer Gruppenarbeit ab. Anhand eines oder mehrerer ausgewählter Beispielprojekte (die die Teilnehmenden einbringen können) spielen wir die zentralen Methoden durch. Ziel des Workshops ist es, Basiswissen über die Entwicklung, Planung und den Verlauf von Projekten zu gewinnen sowie praktische Erfahrungen mit den Methoden und der Philosophie des Dragon Dreaming und von Design Thinking zu sammeln. Im Nachklapp erhalten Sie eine ausführliche Dokumentation der Methoden und Linktipps für die Umsetzung an ihrer Schule.

Referenten:

Dr. Antje Schönwald,
Europäische Akademie Otzenhausen und
Jean-Philippe Baum,
Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland

           

3) Nachhaltigkeitsbildung als Basis für gesellschaftlichen Wandel
    Austauschen, netzwerken, anpacken

Im Rahmen des Workshops soll gemeinsam erarbeitet werden wie Bildung für nachhaltige Entwicklung von den einzelnen Akteuren gestaltet und wie eine Vernetzung untereinander erreicht werden kann, um langfristig soziale, ökonomische und ökologische Werte zu etablieren, die eine systemische Nachhaltigkeit in möglichst vielen Lebensbereichen befördern. Die Workshopteilnehmer*innen sind gefordert sich und ihre Ideen einzubringen, in kurzen Kleingruppensimulationen konkrete Themenbereiche zu bearbeiten und zum Abschluss Lösungsvorschläge und konkrete Projektplanungen festzuhalten.

Referentinnen:

Meike Kartes,
Asko-Europa-Stiftung, Projektleitung START Saar und
Catherine Mentz,
Zentrum BNE am Landesinstitut für Pädagogik und Medien

           

4) Nachhaltige Bildungsansätze im und aus dem Globalen Süden 

Eine deutsch-kamerunische Sozialpädagogin teilt ihre beruflichen Erfahrungen in einem Hilfsprojekt in Kamerun mit den Teilnehmenden des Workshops. Sie beschreibt sehr authentisch, wie sich ihre eigene Haltung zum "Helfen" sowie ihr eigenes "angeeignetes" Afrikabild verändert haben und sie mittels Musik einen neuen Zugang zu einem echten unterstützenden Austausch mit Menschen in Deutschland wie in Kamerun gefunden hat. Lernen durch Erfahrungen, Weitergabe persönlicher Geschichten und ein intensives Kennenlernen unseres eigenen Selbst, als Voraussetzung von Wandel.

Referentin:

Elsa Muehling,
Klangkünstlerin und Pädagogin

(Nachmittags auch mit Dr. Christian Runge, Vorsitzender von
Myanmar-Partner e.V.)

           

5) Nachhaltig leben leicht gemacht!
    Wie kann man leicht einsetzbare Nachhaltigkeitsansätze im Unterricht einbauen?

Wie können wir die Lebensgrundlagen erhalten, die Armut bei uns und in der Welt bekämpfen und mehr demokratische Teilhabe der an der Umgestaltung der Lebensbedingungen erreichen? BNE hat das Ziel, Schülerinnen und Schüler für diese Fragen zu interessieren und ihnen konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Dies wird nur gelingen, wenn sich die Lernanlässe aus dem Alltag ergeben und ohne Ängste vor echtem Komfortverlust möglich sind. An drei ganz praktischen Themenbeispielen aus der Lebenswelt der Schüler werden wir die auf die Suche nach einem zukunftsfähigen Lebensstil gehen.

Referent:

Dr. Henning Smolka,
Umweltkommunikator

           

6) Empowern! Wozu?
    Braucht gesellschaftliche Transformation neue Bildungsziele?

Die Vermittlung von Gestaltungskompetenz ist das zentrale Bildungsziel der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Damit wurde mit Blick auf die erforderliche gesellschaftliche Transformation zu einer klimafreundlichen Gesellschaft erfolgreich bewirkt, dass heutzutage viele Menschen ihren individuellen persönlichen Alltag (Konsum, Mobilität, Lebensstil…) nachhaltiger leben. Ein wichtiger Schritt – der dennoch zu kurz greift: er verbleibt im Privaten, auf gesamtgesellschaftlicher Ebene blieb der Wandel aus. Muss Bildung sich andere, neue Ziele setzen? Wenn ja - welche? Lassen Sie uns im Workshop gemeinsam darüber nachdenken.

Referentin:

Eva Wessela,
Mitglied der Akademieleitung und Leiterin des Ressorts Institut für Rhetorik und Methodik sowie Entwicklungspolitik bei der Europäischen Akademie Otzenhausen.

                   

Programm der Fachtagung (PDF)


Anmeldung:

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Rückfragen und Kontakt:

Tel. 0681 - 938 5235
oder bildung(at)nes-web.de




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Runder Tisch Globales Lernen

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