SDG-Tagung - Das Saarland Denkt Global

19.02.2016 in Saarbrücken

Dankeschön an alle Teilnehmer und Mitwirkende!

Hier einige Eindrücke von der Veranstaltung. Bald wird die komplette Dokumentation zur Verfügung gestellt.

 

Bildergalerie



Vom 25.-27. September 2015 werden über 150 Staats- und Regierungschefs auf dem Gipfel zur Nachhaltigen Entwicklung in New York die Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) für den Zeitraum 2015 – 2030 verabschieden. Diese 17 Ziele werden in den nächsten Jahren von zentraler Bedeutung sein, um globalen Ungerechtigkeiten zu begegnen und auf lokaler Ebene Nachhaltigkeitsprozesse anzustoßen und zu fördern. Um diese Ziele bekannt zu machen und auch im Saarland einen Dialogprozess über mögliche Ansatzpunkte und konkrete Handlungsoptionen in Gang zu setzen, möchten wir Sie herzlich einladen zur Tagung „SDG – Das Saarland Denkt Global“.

Im Unterschied zu den Millennium Development Goals (MDGs), die in den Jahren 2000 – 2015 v.a. auf die Bekämpfung von Armut, v.a. in den Ländern des globalen Südens, gerichtet waren, orientieren sich die SDGs an weiter reichenden Grundsätzen: 

 

  • Sie sollen alle Aspekte von nachhaltiger Entwicklung umfassen.
  • Sie sollen universelle Gültigkeit haben, d.h. für Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländer gleichermaßen gelten.
  • Sie sollen eine breite Mitgestaltung vieler Akteure ermöglichen.

Das Programm der Tagung umfasst drei wesentliche Punkte: 

  1. Einen Impulsvortrag von Dr. Steffen Bauer vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik mit dem Titel: "Wie kann globale Nachhaltigkeit gelingen? Die Bedeutung universeller Ziele für nachhaltige Entwicklung auf internationaler, nationaler, regionaler und lokaler Ebene.“ 
  2. Die Teilnehmenden können sich in acht Workshops mit unterschiedlichen Dimensionen und Fragestellungen beschäftigen, die sich an den „sechs wesentlichen Elementen“ orientieren, zu denen Ban Ki-Moon die 17 Ziele zugeordnet hat,: People, Dignity, Prosperity, Justice, Partnership, Planet. Die Workshops werden von saarländischen ExpertInnen geleitet, die das Augenmerk auf den regionalen Bezug legen. 
  3. Eine Diskussionsrunde mit der Methode Fishbowl zum Thema „Das Saarland denkt global: Prioritäten, Hürden und erste Schritte zur Nachhaltigen Entwicklung“. Hier diskutieren drei VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft und Nichtregierungsorganisation mit dem Publikum über die wesentlichen Punkte und Ergebnisse der Tagung.

Die Fachtagung ist als LehrerInnenfortbildung des LPM anerkannt und kann auch als Weiterbildungsmaßnahme im Rahmen von Bildungsurlaub bescheinigt werden.

LPM Nummer F4.632-1256.

Workshoprunde 1 (10.30. - 12.30 Uhr)

Justice - "Überwindung von Armut und Ungleichheit in und zwischen Gesellschaften!

Justice - "Überwindung von Armut und Ungleichheit in und zwischen Gesellschaften!

Referentin: Eva Wessela, Europäische Akademie Otzenhausen

Kurzbeschreibung Workshop: Die Überwindung von Armut nimmt auch in den SDGs eine zentrale Stellung ein. Aber: Ohne gleichzeitig das Problem der Ungleichheit anzugehen, wird es nicht gelingen, Armut zu überwinden. Dieser Interdependenz muss mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden, wenn das Ziel wirksam verfolgt werden soll.

Kurzbeschreibung Referentin: Mitarbeiterin der Europäischen Akademie OtzenhausenLeiterin des Ressort „Institut für Rhetorik und Methodik“Arbeitsschwerpunkte: Europa, Nachhaltige Entwicklung, Entwicklungspolitik

Prosperity - "Wirtschaftswachstum und seine zugrunde liegenden Konsum- und Produktionsmuster: Gibt es Alternativen?"

Prosperity - "Wirtschaftswachstum und seine zugrunde liegenden Konsum- und Produktionsmuster: Gibt es Alternativen?"

Referentin: Dr. Hannes Petrischak,   Stiftung Forum für Verantwortung

Kurzbeschreibung Workshop: Unendliches Wachstum ist in einer endlichen Welt nicht möglich. Trotzdem setzen moderne Gesellschaften zur Entwicklung, Sicherung und Erweiterung ihres Wohlstands ausschließlich auf wirtschaftliches Wachstum – um den Preis von Ressourcenübernutzungen und der massiven Überlastung der globalen Ökosysteme. Damit gefährden wir mittelfristig die Überlebensbedingungen der Menschheit. In dem Workshop werden Alternativen zur Wachstumswirtschaft aus einer inter- und transdisziplinären Sicht vorgestellt und diskutiert: Welche Ideen und konkreten Ansätze gibt es zu Fragen der Arbeitswelt, Mobilität, Stadtentwicklung, Freizeitgestaltung, des Konsums usw. in einer zukunftsfähigen Gesellschaft?

Kurzbeschreibung Person: Biologe, seit 2006 an der Umsetzung der Bildungsinitiative „Mut zur Nachhaltigkeit“ beteiligt, seit 2010 Geschäftsführer der Stiftung Forum für Verantwortung, Arbeitsschwerpunkte in den Bereichen Bildung für nachhaltige Entwicklung, System Erde, Biodiversität.

People - "Nachhaltigkeitsbildung als Basis für gesellschaftlichen Wandel"

People - "Nachhaltigkeitsbildung als Basis für gesellschaftlichen Wandel"

Referentin: Meike Gerboth, ASKO EUROPA-Stiftung

Kurzbeschreibung Workshop: „Nachhaltigkeitsbildung als Basis für gesellschaftlichen Wandel":

Der Workshop gliedert sich in drei Teile (1. Impulsvortrag + Diskussion mit interaktiver Übung, 2.Workshop/Praktische Übungen für den Transfer in Unterricht/Praxis/Berufsalltag und 3. anschließende Diskussion und Erarbeitung von Lösungsvorschlägen).

Im Rahmen des Workshops soll gemeinsam erarbeitet werden wie Bildung für nachhaltige Entwicklungvon den einzelnen Akteuren gestaltet und wie eine Vernetzung untereinander erreicht werden kann,um langfristig soziale, ökonomische und ökologische Werte zu etablieren, die eine systemische Nachhaltigkeit in möglichst vielen Lebensbereichen befördern. Die Workshopteilnehmer sind gefordertsich und ihre Ideen einzubringen, in kurzen Kleingruppensimulationen konkrete Themenbereiche zubearbeiten und zum Abschluss Ergebnisse/Lösungsvorschläge festzuhalten.

Fragestellungen hierbei können sein:

  • Status-Quo Analyse: Welche Ziele sind (im Saarland) schon erreicht worden? Beispiele ausSchulen/Ministerien
  • Was wurde noch nicht verwirklicht?
  • Welche Ideen/Visionen eines gesellschaftlichen Wandels sind lebens/-erstrebenswert?
  • Welche Voraussetzungen für ein motivierendes Lernumfeld muss/kann geschaffen werden?
  • Welche Indikatoren deuten auf das Erreichen der Ziele hin?

Kurzbeschreibung Person: Meine erste „Berührung“ mit dem Thema Nachhaltigkeit hatte ich als Studentin der Universität Heidelberg, 2004 wurde dort bereits ein „Interdisziplinärer Studiengang Umweltwissenschaften“angeboten, den ich ergänzend zu meinem sprachwissenschaftlichen Studium absolvierte. Als Studienleiterin an der Europäischen Akademie Otzenhausen, habe ich dann von 2008 bis 2013 u. A. inZusammenarbeit mit der Stiftung Forum für Verantwortung internationale Jugendbegegnungen und Multiplikatorenschulungen für Lehrer rund um das Thema „Nachhaltige Entwicklung“ konzipiert, organisiert und durchgeführt. Bei der Entwicklung von Workshops und Vorträgen lag der Fokusinsbesondere auf der interkulturellen und globalen Dimension der Nachhaltigkeit. Nach einjähriger Elternzeit wechselte ich zur ASKO EUROPA-STIFTUNG bei der ich bis heute als Projektleiterin von START (bundesweites Förderprogramm für Jugendliche mit Migrationshintergrund) tätig bin.

Partnership - "Mittel zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele in der saarländischen Politik"

Partnership - "Mittel zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele in der saarländischen Politik"

Referent: Michael Matern, Europäische Akademie Otzenhausen

Kurzbeschreibung Workshop: Die neuen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sollen umgesetzt werden. Welche Akteure tun dies im Saarland? Welche Netzwerke gibt es? Wo stehen Hindernisse und wie können diese überwunden werden? Diese Fragen sollen im Workshop sehr konkret debattiert werden.

Kurzbeschreibung Person: Politikwissenschaftler, Studienleiter der Europäischen Akademie Otzenhausen seit 1998; Arbeitsschwerpunkte: Nachhaltige Entwicklung, Europäische Integration und internationale Sicherheitspolitik

Workshoprunde 2 (13.30 - 15.30 Uhr)

Planet - "Der Einfluss von Konsum- und Produktionsmustern auf maritime Ökosysteme"

Planet - "Der Einfluss von Konsum- und Produktionsmustern auf maritime Ökosysteme"

(c) Aquapower Expedition

Referentin: Dr. Frauke Bagusche, Blue Mind und Heike Werner vom NES

Kurzbeschreibung Workshop: Am Beispiel unserer Erfahrungen während der Atlantik-Überquerung im Rahmen der Aquapower Expedition und dem Müllproblem auf den Malediven, erläutere ich die Auswirkungen von Plastik auf den Lebensraum Meer, dessen Bewohner und die daraus für den Menschen resultierenden Konsequenzen.

Kurzbeschreibung Person: Nach meinem Diplom-Studium in Biologie in Frankfurt am Main und verschiedenen beruflichen Stationen in Ägypten, Österreich und Frankreich habe ich in England über die Auswirkungen des Klimawandels auf marine kalzifizierende Organismen promoviert. Im Anschluss daran habe ich auf den Malediven ein ‘Eco Centre’ geleitet, in Deutschland ‘The Blue Mind’ gegründet und den Atlantischen Ozean mit der ‘Aquapower Expedition’ in einem Katamaran überquert, um auf die Vermüllung der Ozeane aufmerksam zu machen. Zur Zeit leite ich zusammen mit einem Kollegen ein ‘Conservation Centre’ in einem Eco Hotel auf den Malediven. Unser Arbeitsschwerpunkt liegt auf Umweltbildung und der Vermittlung meeresbiologischer Inhalte für interessierte Gäste und lokale Schulklassen. Nebst aktiver Feldforschung  bauen wir ein inselinternes Recyclingsystem, geben Schulungen und kooperieren mit verschiedenen NGOs und der maledivischen Regierung. Zudem unterstützen wir ein australisches Unternehmen bei dem Aufbau einer Wellenkraftanlage um die komplette Insel in Zukunft mit ‚blauem Strom’ zu versorgen.

Prosperity - "Konkrete Schritte zum Nachhaltigen Wirtschaften in Unternehmen und Kommunen"

Prosperity - "Konkrete Schritte zum Nachhaltigen Wirtschaften in Unternehmen und Kommunen"

Referent: Patrick Dörr, Landesarbeitsgemeinschaft PRO EHRENAMT e.V. 

Kurzbeschreibung Workshop: In dem Workshop wird darüber informiert, wie Unternehmen und Kommunen, die sich dafür interessieren, unternehmerische Verantwortung(CSR) und kommunale Verantwortung (Nachhaltige Beschaffung) im Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung zu übernehmen, einen Prozess in Gang setzen. Über einen kurzen CSR-Selbstcheck können die TeilnehmerInnen erkennen und entscheiden, wo sie in ihrer konkreten Tätigkeit die Ansatzpunkte in Bezug auf Nachhaltiges Wirtschaften sehen: In den Handlungsfeldern Markt, Umwelt, Arbeitsplatz oder Gemeinwesen.

Kurzbeschreibung Person: 47 Jahre alt, Vater von 2 Mädchen (9 und 13 Jahre), Leiter der Geschäftsstelle bei der Lag Pro Ehrenamt e.V., freiberuflicher Projektmanager und CSR-Berater, Koordinator des saarländischen Unternehmensnetzwerks CSR Regio.Net, Diplom-Volkswirt und Yogalehrer

People - Globale Ernährungssicherheit und lokale Ernährungsmuster - Was heißt hier nachhaltig?"

People - Globale Ernährungssicherheit und lokale Ernährungsmuster - Was heißt hier nachhaltig?"

Referentin: Melanie Malter-Gnanou, NES

Kurzbeschreibung Workshop: Nachhaltige Ernährung global und was passiert dann auf lokaler Ebene?

Die konsequente Umsetzung der SDG's zieht ein Umdenken  der herkömmlichen (saarländischen) Ernährungsmuster nach sich - wie kann sich das auf der individuellen und institutionellen Ebene abbilden? Wie können Menschen darauf sensibilisiert werden und eigenverantwortlich darüber entscheiden?

Tipps und Anregungen, wie Nahrung nachhaltig global und lokal  gesichert werden kann.

Kurzbeschreibung Person: Landwirtin, Diplomagraringenieurin, ehemalige Fachkraft für Entwicklungszusammenarbeit in Burkina Faso, Bildungsreferentin für Globales Lernen.

Seit 2013 Projektkoordinatorin für Globales Lernen beim NES mit den Schwerpunkten Nachhaltiger Konsum, Flucht & Migration und Globalisierung, sowie Projektleiterin von Chat der Welten.

Dignity - "Ungleichheit innerhalb und zwischen Ländern und innerhalb und zwischen Generationen "

Dignity - "Ungleichheit innerhalb und zwischen Ländern und innerhalb und zwischen Generationen "

Referentin: Dr. Christel Weins, Seniorenbeirat der Stadt Saarbrücken

Kurzbeschreibung Workshop: Senioren und junge Menschen leben in einer Welt, deren Natur und soziale Gerechtigkeit in steigendem Maße bedroht wird. Junge Menschen erleben in immer stärkeren Maße, dass sie mit Problemen konfrontiert werden, die ihre Großeltern und Eltern verursacht  haben, deren Lösung jedoch weit in die nächsten Generationen hineinreicht. In diesem Workshop sollen durch den Dialog von Jung mit Alt die Generationen unter dem Motto „demographische Verantwortung“ Lösungen finden für eine gemeinsam genutzte Welt.

Kurzbeschreibung Person: An den Universitäten Köln und Tübingen habe ich Biologie und Biochemie studiert, eine Familie gegründet und vier Kinder bekommen. An den Universitäten Tübingen, Marburg und Saarbrücken habe ich wissenschaftlich sowohl in klinischer Forschung und Umwelttoxikologie gearbeitet und 2006 an der Universität Basel promoviert, Beruflich untersuche ich toxische Spurenstoffe in Umwelt- und Lebensmittelproben und berate durch Gutachten u.a. das Ministerium für Umwelt und vertrete das Ministerium in zwei Ausschüssen zur Standardisierung von Biotests in Umweltproben. Nebenberuflich bin ich Bildungsreferentin beim NES und versuche den Dialog generationsübergreifend zum Thema „demographische Verantwortung“ anzustoßen und zu moderieren. Ehrenamtlich bin ich politisch aktiv und als Referentin für Bildung und Kultur im Seniorenbeirat der Landeshauptstadt Saarbrücken verantwortlich.

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