Fair und regional

Was haben Faire und Regionale Produkte gemeinsam?

Mehr und mehr Verbraucherinnen und Verbrauchern sind nicht nur qualitativ einwandfrei, und wohlschmeckende Lebensmittel wichtig. Sie wollen auch wissen, woher diese stammen und unter welchen Bedingungen sie produziert werden, bevor sie auf dem Teller landen. Soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit, steht nicht nur für den Schutz von Ressourcen, sondern strebt auch eine zukunftsfähige, das Individuum achtende Gesellschaft an. Was hat die Situation, des Erzeugers im Süden mit der im Norden gemeinsam? Die bäuerliche Landwirtschaft steht weltweit unter steigendem Druck, immer billiger produzieren zu müssen, wobei ihr nur ein Bruchteil des Gewinns bleibt!

Fair und Regional zum Anfassen

Apfel-Mango und Seife
Fruchtgetränke Gersheim bietet erstmalig einen Apfel-Mango-Saft mit Äpfeln von Streuobstwiesen aus dem Bliesgau und Mangos von den Philippinen aus kontrolliert Fairem Handel des Fairhandelsunternehmens dwp an. Diese Produktkooperation schützt Kulturlandschaften im Saarland und ermöglicht gerechte Preise für Mangos von den Philippinen. Konsumenten sind einerseits interessiert an Produkten aus der Region, die als solche erkennbar sind und haben oft bereits vom Fairen Handel gehört.  Daher gilt es beides zu genießen, nachhaltiges Konsumentenverhalten zu fördern und KonsumentInnenwissen zum Anbau und zur Herstellung von Produkten aus Süd und Nord zu stärken. Zusätzliche Regionalvermarkter haben erstmalig Produkte aus der Region und dem Fairen Handel im Angebot, wie zum Beispiel Bliesgaukosmetik mit verschiedenen Seifen, die aus Kräutern des Bliesgau und Karitébutter aus Burkina-Faso bestehen. Weitere regionalfaire Produkte, zum Beispiel aus dem St. Wendeler Raum werden folgen.

Machen Sie mit: Sozial und ökologisch verantwortlich konsumieren

Die Kampagne „Fair und Regional stärken!“ wurde initiiert vom Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V. Sie wird bislang unterstützt von den saarländischen Regionalvermarktungsinitiativen der LEADER-Gruppe, Akteuren des Fairen Handels, wie zum Beispiel Weltläden, dem AStA der Universität des Saarlandes und Eine-Welt-Gruppen. Fairhandels- und Regionalprodukte sind in vielen Regionen im Saarland erhältlich. Wir möchten Sie einladen, vor Ort aktiv zu werden als Konsument, Kommune, Gastronom oder Fair- und Regionalakteur gemeinsam stärker auf sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltig produzierte Produkte aufmerksam zu machen.

Lebensmittelverschwendung

Ausstellung Lebensmittelverschwendung

Ausstellung Wegwerflebensmittel ausleihbar

Interessierte können die vom NES konzipierte Wanderausstellung "Wegwerflebensmittel - Eine Wanderfotoausstellung über die Auswirkungen unseres Essverhaltens auf bio-regional-faire ErzeugerInnen" ausleihen.

 

Die Ausstellung kontrastiert in 16 A2-Motiven die Produktionsbedingungen von Lebensmittelerzeugern aus dem Fairen Handel, des ökologischen Landbaus und der Region mit der alltäglichen Lebensmittelverschwendung. ProduzentInnen kommen zu Wort, welche einen Einblick in ihre Produktionsbedingungen geben. In ergänzenden Begleitmaterialien wird erläutert, wie sich unsere Ernährungsgewohnheiten und der manchmal leichtfertiger Umgang mit Nahrungsmitteln auf die Ernährung von Menschen in anderen Erdteilen und auf ProduzentInnen in unserer Region auswirken. Ebenfalls enthalten sind praktische Empfehlungen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Die Motive der Ausstellung finden Sie unten zur Ansicht beigefügt. Die Plakate bestehen aus einem festen Kunststoff und verfügen auf der Rückseite über zwei metallene Aufhängungen, über welche man die Einzelmotive an Schnüren aufhängen kann. Ganz unten auf der Webseite finden Sie unter "Befestigung der Ausstellung" noch weitere Informationen und die Plakate von hinten fotografiert.

Diese Ausstellung kann gut kombiniert werden mit Gesprächen mit ErzeugerInnen aus den Bereichen ökologische Landwirtschaft, Regionalproduktion und Fairer Handel, dem Lebensmitteleinzelhandel, Tafeln und einer Kochaktion, wie sie zum Beispiel hier beschrieben ist. Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

 

Kontakt:
harald.kreutzer(at)nes-web.de
0681-9385-198

 

Diese Ausstellung wurde gefördert durch das Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes, Brot für die Welt, Saartoto und Saarland Spielbanken.

Ausstellung Lebensmittelverschwendung

Wegwerflebensmittel

Geschätzte 11 Millionen Tonnen Lebensmittel landen Jahr für Jahr auf dem Müll. Weggeworfen von Supermärkten, Gastronomien und vor allem von Privathaushalten. Pro Tag entspricht dies mit 225 Gramm der Menge eines durchschnittlichen Frühstücks, die unangetastet in den Abfalleimer wandern. Viele VerbraucherInnen legen großen Wert auf preiswerte Lebensmittel und entsorgen trotzdem noch genießbare Lebensmittel im Wert von 235 €, die eingespart werden könnten, wenn sorgsamer mit Lebensmitteln umgegangen würde.



Im permanenten Preiskampf der Supermärkte um die niedrigsten Preise haben es die ProduzentInnen schwer. Den wahren Preis für die niedrigen Preise zahlen oft ProduzentInnen, Menschen und Umwelt.


Diese Ausstellung erzählt ihre Geschichte. Die Ausstellung „Wegwerflebensmittel“ wirft einen Blick hinter die Ladentheke und hinein die Produktionsorte. Sie porträtiert die Produktionsbedingungen von ErzeugerInnen aus den Bereichen des Fairen Handels, des ökologischen Landbaus und der Regionalproduktion und regt an weiter nachzudenken und nachhaltiger zu konsumieren.

Konsumentenmacht

Konsumentenmacht

Jeder kann nachhaltiger einkaufen und trotzdem Geld sparen, indem weniger Lebensmittel verschwendet werden und auf gerechte Preise für ErzeugerInnen und umweltschonenden Anbau geachtet wird.

Mit jedem Lebensmittel, welches im Abfall landet, wirft man auch Geld weg. Viele KonsumentInnen könnten nachhaltiger einkaufen und müssten trotzdem nicht unbedingt mehr für Lebensmittel ausgeben, wenn sie gleichzeitig auch versuchen die Verschwendung von Lebensmitteln zu reduzieren.

Dies erfordert allerdings oft, dass man sich wieder mehr mit dem beschäftigt, was vor einem auf dem Teller liegt und hinterfragt, ob das betreffende Lebensmittel jetzt wirklich in den Müll muss, weil es einen Tag über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus ist.

Oft genügt es, wenn man sich wieder mehr auf seine Sinne verlässt und mit Auge, Nase und Mund prüft, ob die Nudeln oder der Reis im Vorratsschrank in den Müll gehören, wenn sie über das Datum hinaus sind.

Einfluss des Handels

Einfluss des Handels - Dürfen Gurken krumm sein?

Laut einer Studie der Universität Stuttgart entstehen im Handel 5% der Lebensmittelabfälle. Nachdenklich stimmen sollten die Vorgaben bezüglich Größe, Form und Farbe, welche den ProduzentInnen vom Handel auferlegt werden. Viele Produkte schaffen es gar nicht in den Handel, weil z.B. die Tomate zu klein oder die Kartoffel zu unförmig ist. Dabei beruft sich der Lebensmitteleinzelhandel darauf, dass die VerbraucherInnen "perfektes" Gemüse erwarten. Die mittlerweile abgeschaffte EU-Verordnung, welche keine zu krummen Gurken im Handel tolerierte und angeblich auf Brüsseler "Regulierungswut" zurück zu führen sei, ist übrigens auf den Wunsch des Handels zurück zu führen, da zu krumm gewachsene Gurken mehr Platz in Transportkisten benötigen.


Das es auch anders geht, zeigte 2013 die Schweizer Supermarktkette "Coop". Sie kaufte Gemüse auf, welches nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprach und bot dies mit Erfolg der Kundschaft an. Vereinzelt verkaufen auch Supermärkte in Deutschland "krummes Gemüse". Hier könnte jedoch noch viel mehr Bewusstsein durch den Lebensmitteleinzelhandel geschaffen werden, dass krummes Gemüse genauso gut schmeckt. Die Kampagne ugly fruits bringt dies schön auf den Punkt: www.uglyfruits.eu .

 

 

 

Fairer Kakao aus Bolivien

Kakao von der Kooperative „El Ceibo“ in Bolivien – eine faire Alternative zur Kakaoernte unter ausbeuterischen Bedingungen

Indem Konsumenten Schokolade aus Fairem Handel kaufen, unterstützen sie durch das Zahlen eines fairen Preises Kleinbauern in den Ländern des „Globalen Südens“.  Vom Fairen Handel profitiert auch die Kooperative „El Ceibo“, eine Genossenschaft kakaoanbauender Kleinbauern in Bolivien. Bei ihnen kommt der „faire Preis“ für ihren Kakao an.   Die Kooperative  zählt mit ihren Familien insgesamt mehr als 6.000 Personen.

Durch die langfristige Zusammenarbeit mit Fair-Handelsorganisationen hat sich nicht nur die wirtschaftliche Situation der Kakaobauern deutlich verbessert. Sie profitieren direkt von Prämien, über deren Mittelverwendung die Kooperativenmitglieder gemeinschaftlich entscheiden, z.B. für  Gesundheits- oder Weiterbildungsprojekte.


„Bittere Arbeit für süße Schokolade.“:

Hauptanbaugebiet für Kakao ist Westafrika mit den Ländern Elfenbeinküste, Ghana, Nigeria und Kamerun. Über 90% des Kakaos wird in Kleinstbetrieben mit weniger als 5 Hektar angebaut. Da das Einkommen der BäuerInnen oftmals nicht für die Einstellung regulärer Arbeitskräfte reicht, wird in vielen Fällen auf Kinderarbeit zurückgegriffen. Allein in der Elfenbeinküste und in Ghana arbeiten fast zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen. Hundertausende von ihnen unter ausbeuterischen Bedingungen.


Culinary Misfits Catering

Culinary Misfits Catering aus Berlin

Culinary Misfits verarbeitet gezielt saisonales Gemüse mit Macken. Tanja Krakowski und Lea Brumsacks Leitspruch ist: "Esst Misfits, esst die ganze Ernte!". Dabei ist ihnen nur das Aussehen des Gemüses egal, nicht aber der Geschmack. Normiertes Standardgemüse kommt bei ihnen nicht auf den Teller. Ihr Ziel ist eine gesunde und faire Esskultur, in der Lebensmittel, Produzenten und Ressourcen wieder mehr wertgeschätzt werden. 


Weitere Informationen über die Misfits erhalten Sie hier:

www.culinarymisfits.de

 

 

Fairer Tee aus Sri Lanka

Tee von der Small Organic Farmer Association in Sri Lanka

Die Small Organic Farmers Association (SOFA) ist ein Zusammenschluss von 2000 unabhängigen Bauern. Sie produziert diverse Tee- und Gewürzsorten auf 100% natürlicher Basis. Die SOFA garantiert ihren Produzenten ein gesichertes Einkommen und versucht darüber hinaus auch in den Gemeinden ihrer Produzenten zu helfen.


In ihrer landwirtschaftlichen Arbeit legen die Kleinbauern Wert auf die Bewahrung der biologischen Vielfalt. Deshalb wird nur mit natürlichem Dünger gedüngt und auf den Gebrauch von Chemikalien verzichtet. Qualität hat seinen Preis. Der Tee aus Sri Lanka kostet 3 bis 6,50 Euro im Gegensatz zu den durchschnittlichen 2 Euro. Laut einer Studie des Teeverbandes wird Tee zu einem Genussmittel, bei dem verstärkt die Qualität im Vordergrund steht.


Trotz dieses Trendes bei einigen Lebensmitteln sind die Gesamtausgaben für Lebensmittel in deutschen Privathaushalten von 1962 mit damals 36 % auf  heutzutage knapp 14% gesunken.  Heute sind die Lebensmittel in Deutschland im europäischen Vergleich unschlagbar günstig. Dies hat direkte Auswirkungen auf die ProduzentInnen vor Ort, wie auch in Übersee.

Bio-Ziege aus dem Ostertal

Ziegenquark vom Martinshof in Osterbrücken

Auf dem Martinshof werden über 200 Ziegen nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus gehalten. Dies bedeutet, dass sie in luftigen Ställen mit genügend Freiraum gehalten und mit natürlichem und abwechslungsreichem Biofutter gefüttert werden.
Die Tierhaltung und die Bewirtschaftung der 100 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche erfolgen im Einklang mit der Natur nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus. Dass der Martinshof nur ökologisch wirtschaftet und damit gesunde Lebensmittel erzeugt, überprüfen regelmäßig eine staatlich zugelassene Kontrollfirma und der Verband Bioland.
Die hofeigene Ziegenmolkerei verarbeitet ausschließlich Ziegenmilch vom Martinshof. Die besondere Qualität von Ziegentrinkmilch, Ziegenjoghurt und Ziegenquark ist das Ergebnis von 20 Jahren Erfahrung in der Milchziegenhaltung und der Ziegenmilchverarbeitung.



Leider werden Milchprodukte oft nur halb konsumiert und danach weggeworfen. Sie machen acht Prozent der insgesamt weggeworfenen Lebensmittel aus.
 

Birne aus Breitenbach

Birnen aus dem Sankt Wendeler Land - Obstanbau von Familie Scherschel aus Breitenbach

Im St. Wendeler Land findet man beim Obstbauern Scherschel viele verschiedene heimische Obstsorten aus naturnahem Anbau.
In dieser Kulturlandschaft mit einer großen Biodiversität finden sich auch seltengewordene Birnensorten, wie z.B. die "Gräfin von Paris" und die "Gute Luise".


Familie Scherschel aus Breitenbach betreibt seit 1984 im Nebenerwerb naturnahen Obstanbau.

In der Erntezeit bietet sie neben Birnen auch sonnengereifte Zwetschgen, Mirabellen, Äpfel, Birnen und Kirschen zum Verkauf zum Selberpflücken an. Im eigenen Hofladen kann das lagerfähige Obst von der Erntezeit bis ins Frühjahr hinein erworben werden.

Neben dem Verkauf im eigenen Hofladen werden viele der Früchte vor Ort weiterverarbeitet und z.B. zu Säften und zu Likören und Schnäpsen veredelt.

 

 

Fairer Reis aus Indien

Fairer Reis von der Kooperative Navdanya in Indien.

Die Navdanya Organisation trägt zur Erhaltung alter Reissorten bei und unterstützt so die Artenvielfalt des Reises.

Oft wird in Indien nur der klassische Basmatireis angebaut, dabei hat das Land viel mehr zu bieten:
Stolze 5000 verschiedene Getreidevarianten, und davon 3000 Reissorten, hat die Navdanya Organisation in ihrer Samenbank.
In vielen Teilen Asiens ist Reis Hauptnahrungsmittel. Oft ist es allerdings so, dass der in Asien angebaute Reis zum größten Teil nach Amerika und Europa exportiert wird.

Bei uns landet er dann manchmal im Müll. Navdanya versucht den Kleinbauern, die Mitglieder ihrer Kooperative sind, näher zu bringen das es auch anders geht und unterstützt sie deshalb beim Anbau und Verkauf ihres Reises.

Bio-Milchprodukte aus Ommersheim

Milch und Joghurt von der Bliesgau-Molkerie in Ommersheim

 „Artgerechte Tierhaltung schlägt sich im Preis nieder.

Die Bliesgau-Molkerei bezieht Milch von Höfen aus der Region Saarland und Rheinland-Pfalz, die nach ökologischen Richtlinien arbeiten. Die Kühe haben mehr Platz als in der konventionellen Haltung und auch Auslauf auf Weiden. Dies schlägt sich allerdings auch im Preis der Produkte nieder. Obwohl der Weg von der Kuh bis zum Konsumenten kurz ist, ist sie teurer als manche Milch oder der Joghurt aus dem Supermarkt.

Gleichzeitig entsorgen viele VerbraucherInnen Milchprodukte mit dem Überschreiten des „Mindesthaltbarkeitsdatums“, da man fürchtet, dass Lebensmittel ungenießbar werden, wenn sie einen Tag über das Datum sind. Oft wird das Mindesthaltbarkeisdatum mit dem Verbrauchsdatum verwechselt, welches eingehalten werden sollte. Joghurt ist manchmal noch einen Monat nach Überschreitung des Mindeshaltbarkeitsdatums genießbar.

Gemüse aus St. Wendel

Regionale Salate vom Wendelinushof

Der Wendelinushof in St. Wendel betreibt schon seit 100 Jahren Ackeranbau und Viehzucht. Dabei wird auf ein respektvolles Umgehen mit Natur und Nutztieren geachtet. Beim Gemüseanbau wird komplett auf chemische Düngung und Schädlingsbekämpfung verzichtet und darauf geachtet lokale und saisonale Lebensmittel anzubauen. Der Wendelinushof beschäftigt darüber hinaus Menschen mit Behinderung, um ihnen die Teilnahme am Arbeitsleben zu ermöglichen.
 

Gemüse ist das am meisten weggeworfene Lebensmittel in Deutschland (26%), weil oft der Bedarf falsch eingeschätzt wird.
Insgesamt entsorgt ein 4-Personen-Haushalt zum Beispiel jährlich Lebensmittel im Wert von ungefähr 940 Euro in den Abfall.

Fairer Zucker aus Malawi

Fair gehandelter Rohrzucker aus dem afrikanischen Land Malawi von der Kooperative Kasinthula

Aufgrund mangelnder Niederschläge sind viele Regionen in Malawi trocken und kaum ertragreich. Die einzige Einnahme vieler Bauern ist der Zuckeranbau. Die Kasinthula Cane Growers ist eine Kooperative von Kleinbauern, welche Rohrzucker im Shire Valley in einer der ärmsten Regionen im Süden Afrikas anbauen und dafür einen fairen Preis erhalten.
Bereits kurz nach der Zertifizierung für den Fairen Handel sind die Verbesserungen für Kasinthula spürbar: Die regelmäßigen Einnahmen helfen, den Kredit abzuzahlen, den die Bauern zur Anlage der Zuckerrohrfelder und der nötigen Bewässerungskanäle aufgenommen hatten. Mit dem Fairtrade-Aufschlag, der zusätzlich zum garantierten Mindestpreis bezahlt wird, haben die Bauern Brunnen gebohrt, um sich und die Felder mit sauberem Wasser zu versorgen. Als in einem Jahr eine große Dürre herrschte, konnten sie diesen Aufschlag zum Teil für den Kauf von Lebensmitteln nutzen.


Jeder Deutsche nimmt pro Jahr 36 Kilogramm Zucker zu sich und hiervon nur 6 Kilo auf direktem Wege. Der restliche Teil wird in verarbeiteten Lebensmitteln konsumiert. Wir als Verbraucher merken meistens nicht, dass in diesen Lebensmitteln in der Regel viel zu viel Zucker verarbeitet wurde.

Käse aus Hirzweiler

Käse von der saarländischen Käserei Hirztaler

„Bei der Neugründung war fast keine Milch zu bekommen.“
Die saarländische Käserei Hirztaler existiert seit dem Sommer 2010 und verarbeitet Milch von Betrieben aus der Region. Zum Start der Molkerei war wenig Milch für die Produktion auf dem Markt zu bekommen, da die Lieferanten vertraglich an andere Molkereien gebunden waren. Auch heute noch ist es schwierig Lieferanten von Milch für die Produktion zu gewinnen. Diesen zahlt sie laut eigener Angabe einen „fairen Preis“, was sich auch in den Preisen niederschlägt.


Vernichtete Lebensmittel
Viele VerbraucherInnen legen zwar großen Wert auf preiswerte Lebensmittel. Dennoch entsorgen jede Bürgerin und jeder Bürger pro Jahr laut einer Studie der Universität Stuttgart noch genießbare Lebensmittel im Wert von 235 €.
Weitere 4,3 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Gaststätten, Kantinen und im Lebensmitteleinzelhandel vernichtet. In diesen Verlusten eingerechnet sind noch nicht die Lebensmittel, welche auf dem Acker liegen bleiben, da sie den Anforderungen des Marktes nicht entsprechen.

Faire Banane von den Phlippinen

Bananen vom Panay Fair Trade Center: Ein Musterbeispiel für den Fairem Handel von den Philippinen

Wer in Entwicklungsländern für faire Löhne und Arbeitsbedingungen kämpft, geht Risiken ein. Auch heutzutage bleibt es nicht bei Drohungen. Dies zeigte sich 2014 als der Vorstandsvorsitzender und Mitgründer der Genossenschaft Panay Fair Trade, Romeo Robles Capalla, ermordet wurde.


Obst ist nach Gemüse das am häufigsten weggeworfene Lebensmittel, da es oftmals von der Norm abweicht. In der EU beispielsweise darf eine Banane, die nach Europa exportiert wird nicht kürzer als 14 cm sein und eine Dicke von mindestens 2,7 cm haben, sonst landet sie trotz guter Qualität im Müll.

 

 

Rind aus Oberlinxweiler

Rindfleisch vom Kaimbacher Hof aus Oberlinxweiler

Das Futter für die auf der Weide stehenden Glanrinder kommt von der Wiese oder aus dem eigenen Anbau. Obwohl der Weg von der Kuh bis zum Konsumenten kurz ist und die Rohstoffe aus der Region kommen, ist das Fleisch etwas teurer als aus Massentierhaltung aus anderen Regionen Deutschlands.


Befragt man KonsumentInnen, welche Gewinne ein Landwirt für ein konventionell erzeugtes Mastschwein erhält, liegen diese oft sehr weit daneben. Pro Mastschwein erzielt dieser einen Gewinn von ungefähr 5-8 €. Für ein Masthähnchen werden Gewinne von lediglich 4-10 Cent pro Tier erzielt.

Brot aus Niederlinxweiler

Brot von der Bäckerei Drehmer in Niederlinxweiler

Das Mehl für das Brot von Bäcker Drehmer stammt komplett aus dem St. Wendeler Land. Gebacken wird noch in der eigenen Backstube.

Handwerk konkurriert gegen Backshops.“
Für Backshops und Backöfen in Discountern werden vorgebackene Waren bezogen, welche teilweise europaweit eingekauft werden. Gegen deren Niedrigstpreise können traditionelle Bäckereien preislich nicht konkurrieren.


Gleichzeitig sind 15% der vermeidbaren Lebensmittelabfälle Backwaren. Niedrigstpreise sind ein Grund dafür, dass Backwaren vorschnell im Abfalleimer landen, da man ja zu vergleichsweise geringem Preis neue Ware einkaufen kann. Dass dabei bares Geld im Mülleimer landet, wird oft übersehen.
Darüber hinaus erwarten viele KundInnen volle Brotregale bis kurz vor Ladenschluss. Dies erhöht die Menge weggeworfener Backwaren zum Ende des Tages.

Fairer Kaffee aus Uganda

Kaffee von der Gumutindo Coffee Cooperative Enterprise in Uganda

In vielen südlichen Ländern ist Kaffee Haupteinkommensquelle. Die schwankenden Preise der Vergangenheit brachten Kleinbauern dazu, sich erstmals mit Fairtrade zu beschäftigen. Die Teilnahme am Fairtrade-Programm garantiert teilnehmenden Kooperativen von Kleinbauern seit über 40 Jahren einen festgelegten Mindestpreis für ihren Kaffee, welcher immer über dem Weltmarktpreis liegt, sowie sowie eine zusätzliche Prämie, über dessen Mittelverwendung die Kleinbauern gemeinschaftlich entscheiden.


Kaffee ist als erstes fair gehandeltes Produkt Pionier des Fairen Handels. Leider liegt auch im Jahr 2013 in Deutschland der Marktanteil von Fairtrade-Kaffee immer noch bei sehr niedrigen 2,1 %.
Diese immer noch sehr geringe Nachfrage für fair gehandelten Kaffee hat zur Folge, dass die Arbeitsbedingungen in vielen Produktionsländern immer noch menschenunwürdig sind. Die Pflanzen werden mit schädlichen Pestiziden behandelt, wobei die ArbeiterInnen keine angemessene Schutzkleidung tragen.

Die Gumutindo Coffee Cooperation in Uganda bietet würdige Arbeitsbedingungen. Sie verzichtet auch komplett auf die chemische Behandlung des Kaffees. Außerdem bietet sie den Familien ihrer Bauern eine schulische Ausbildung.

Befestigung der Ausstellung

Plakat von hinten fotografiert. In der linken unteren Ecke finden Sie zur Einschätzung der Größe des Plakats einen Kugelschreiber als Vergleichsmaßstab.

Aufhängung in der Nahansicht. Die Plakate können mit Nylonschnüren aufgehängt werden, welche durch die goldfarbenen Aufhänger gezogen werden. Die Nylonschnüre werden nicht mitgeliefert.

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Termine

30.Mai 2016

Werkstattgespräch nachhaltigeres Design am Beispiel vom ShiftPhone an der HBKsaar

Öko, fair und wirtschaftlich erfolgreich - geht das zusammen? mehr lesen... »

31.Mai 2016

Zukunftswerkstatt "Wem gehört die Welt?" - ANMELDUNG MÖGLICH

Ressourcenschutz und Ressourcengerechtigkeit für SchülerInnen Dienstag – Freitag, 31.05. – 03.06.2016, jeweils von 9-15.30 Uhr mehr lesen... »

01.Juni 2016

Fortbildung CHAT der WELTEN - Medienkompetenz

Medienkompetenz für Multiplikator*innen mehr lesen... »