Unter dem Namen „Baustelle Nachhaltigkeit“ bietet das NES in Kooperation mit verschiedenen Partnern eine Vortrags- und Dialogreihe mit hochkarätigen Veranstaltungen rund um das Thema Nachhaltigkeit. Diese ermöglichen einen Austausch über den "Umbau" unserer Gesellschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit auf verschiedenen Ebenen: über Änderungen, die schon im Gange sind und solche, die auf dem Weg zu einer global nachhaltigen Entwicklung noch umgesetzt und gestaltet werden müssen.

Begonnen hat die Reihe im Juni 2018 gemeinsam mit der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt der Universität des Saarlandes und dem Regionalverband Saarbrücken. Der erste, fünfteilige Teil der Veranstaltungsreihe lief bis Ende März 2019 vorwiegend im Saarbrücker Schlosskeller (siehe Flyer im Anhang und Veranstaltungsrevue hier unten).

Von Herbst 2019 bis Frühjahr 2020 führen wir die Reihe mit drei Veranstaltungen weiter. Die Reihe ist diesmal eingebettet in die universitäre Lehrveranstaltung Nachhaltige Entwicklung – Politische, soziale, ökonomische, ökologische und interkulturelle Dimensionen und findet gemeinsam mit der Fachrichtung Romanistik/ Interkulturelle Kommunikation an der Universität des Saarlandes und der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt an der Universität des Saarlandes sowie in Kooperation mit der Stiftung Demokratie Saarland und der Arbeitskammer des Saarlandes statt.

Auf dieser Seite finden Sie sowohl nähere Informationen zu den anstehenden Veranstaltungen sowie eine Rückschau über die vergangenen Termine mit Bildern, Links und Präsentationen zum Nachlesen und Nachhören:

Anstehende Veranstaltungen:

11. Dezember 2019
Arbeitskammer des Saarlandes – 18 Uhr
Fritz-Dobisch-Straße 6-8, 66111 Saarbrücken

- LEIDER ABGESAGT!! - Globale Konzerne und soziale Nachhaltigkeit

Welchen Beitrag können transnationale Arbeitsbeziehungen zur Durchsetzung sozialer Menschenrechte leisten? Welche Rolle spielen multinationale Konzerne, wenn es darum geht, entlang ihrer internationalen Wertschöpfungsketten Kernarbeitsnormen und sozialen Menschenrechten Geltung zu verschaffen? Und welche Instrumente stehen dabei zur Verfügung? Der Vortrag wird zunächst einen Überblick über die verschiedenen konzernbezogenen Ansätze geben, die als "freiwillige", unilaterale Instrumente des Managements zum Einsatz kommen und vom Global Compact bis zu den aktuellen nationalen Aktionsplänen für Wirtschaft und Menschenrechte reichen. Den Schwerpunkt bilden dann die zweiseitigen Institutionen und Instrumente transnationaler Arbeitsbeziehungen. Denn mittels europäischer Betriebsräte, Weltbetriebsräte, europäischer und globaler Rahmenabkommen nehmen Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften auf Konzernentscheidungen zur Durchsetzung von Arbeitnehmerrechten Einfluss. Auf die Analyse der Entwicklungen folgt abschließend die Bewertung der Reichweite und Grenzen dieser voluntaristischen transnationalen Politik im Bereich der Arbeitsbeziehungen.

Referent: Prof. Dr. Hans-Wolfgang Platzer
geb. 1953, studiert Germanistik und Politikwissenschaften an den Universitäten München und Tübingen. Es folgen Tätigkeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Tübingen und der TU Darmstadt sowie im Bereich der politischen Erwachsenenbildung. Von 1992 bis 2017 lehrt er als Professor für Politikwissenschaft an der Hochschule Fulda. Er gründet und leitet die Forschungsgruppe Europäische und globale Arbeitsbeziehungen und ist Inhaber eines Jean Monet Chair of European Integration. Zuletzt erschienen ist die Studie „Das Management als Akteur transnationaler Arbeitsbeziehungen. Eine Untersuchung in deutschen Konzernzentralen“ (2018, zusammen mit Stefan Rüb).

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8. Januar 2020
Stiftung Demokratie Saarland (Politische Akademie) – 18 Uhr
Europaallee 18, 66113 Saarbrücken

Kooperation und Verantwortung
Die große Transformation zur Nachhaltigkeit

Der Klimawandel und das rasante Artensterben gefährden die natürlichen Lebensgrundlagen auf der Erde. Mit dem Klimaübereinkommen von Paris und der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hat die Weltgemeinschaft 2015 beschlossen, sich diesen Trends entgegenzustemmen. Seither haben politische Umbrüche zu wachsenden Hindernissen für internationale Zusammenarbeit geführt. Das Jahr 2015 erscheint heute weniger als Aufbruch denn als vorläufiger Höhepunkt dessen, was an internationaler Verständigung und Kooperation möglich ist. Der Vortrag beleuchtet, wie die „große Transformation“ beschrieben und begründet wird, welche Handlungsfelder dabei vordringlich sind und welche Bedeutung dabei der Kooperation zukommt – zwischen Staaten und internationalen Organisationen, zwischen Bund, Ländern und Gemeinden, aber auch zwischen vielfältigen Akteuren aus Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft.

Referentin: Dr. Imme Scholz
geb. 1964, studiert Soziologie, Politikwissenschaften und ev. Theologie in Berlin. Seit 1992 arbeitet sie beim Deutschen Institut für Entwicklungspolitik, zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiter, ab 2009 ist sie stellvertretende Direktorin und seit 2018 als kommissarische Direktorin. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Fragen an der Schnittstelle zwischen Umwelt und Entwicklung, v.a. zur Anpassung an den Klimawandel, zur nachhaltigen Waldnutzung im brasilianischen Amazonasgebiet, zu Nachhaltigkeitsstrategien und zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Seit 2013 ist Imme Scholz Mitglied im Deutschen Rat für nachhaltige Entwicklung und seit 2019 Mitglied im Deutschen Komitee für Nachhaltigkeitsforschung in Future Earth.

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22. Januar 2020
Stiftung Demokratie Saarland (Politische Akademie) – 18 Uhr
Europaallee 18, 66113 Saarbrücken

(Medien-)Kommunikation im Zeichen des kulturellen Wandels in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung

Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung ist ein gesellschaftliches Leitbild, mit dem Vorstellungen nach einer umweltfreundlichen, sozial verträglichen und ökonomisch leistungsfähigen Zukunft verknüpft sind. Was macht dieses Leitbild so attraktiv, dass es auch über dreißig Jahre nach der Veröffentlichung des Brundtland-Berichtes im Jahr 1987 relevant ist? Und warum ist es trotz seiner Attraktivität offenbar nicht gelungen, es weitestgehend umzusetzen? Der Vortrag greift diese Fragen auf und erörtert Barrieren und Chancen für einen kulturellen Wandel in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung. Im Fokus steht dabei die Kommunikation des Leitbildes im öffentlichen Diskurs. Anhand ausgewählter Beispiele der medialen Kommunikation nachhaltiger Entwicklung in Deutschland, Frankreich und Schweden wird erläutert, welche Kommunikationsmuster im Vordergrund des öffentlichen Diskurses stehen.

Referentin: Dr. Maxi Freund
geb. 1984, absolviert den trinationalen Masterstudiengang Deutsch-Französische Studien: Grenzüberschreitende Kommunikation und Kooperation an den Universitäten des Saarlandes, Metz und Luxembourg. Gefördert durch die Studienstiftung des deutschen Volkes promoviert sie an der Universität des Saarlandes zum Thema „Förderung einer nachhaltigen Entwicklung? Konzepte und Medienberichterstattungsformen im europäischen Kontext“ (Dissertation: 2015). Praktische Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeitskommunikation sammelt sie als Sustainability Fellow in der PR-Abteilung eines mittelständischen Beratungsunternehmens sowie als freiberufliche Dozentin u.a. an der Universität des Saarlandes, der htw saar und der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Seit 2015 arbeitet Maxi Freund als Dozentin im Bereich Kommunikation an der Akademie am Zentrum Informationsarbeit der Bundeswehr.

Rückschau:

14. März 2019
VHS-Zentrums am Schloss (1. Stock) – 18 Uhr
Am Schloßplatz 2, 66119 Saarbrücken

Vom Umbau der Bildung

Die Abschlussveranstaltung warf schließlich die Frage auf, welche „Umbauten“ im Bereich der Bildung notwendig wären, um an Schulen und Hochschulen junge Menschen bestens für den Wandel in eine nachhaltige Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensweise auszurüsten. Welche Fähigkeiten werden dafür in Zukunft gebraucht? Wie können diese jetzt schon gefördert werden? Welcher Wandel ist im Bildungsbereich notwendig? Wo gibt es schon gute Beispiele? Und wie können Schulen und Hochschulen sonst noch zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen? Nach einem Impulsvortrag zu diesen Fragen wurden in der anschließenden Diskussion Potentiale und Wege für eine nachhaltige Bildungslandschaft im Saarland besprochen.

Referent: Prof. Dr. Marco Rieckmann, Professor für Hochschuldidaktik an der Universität Vechta

Offene Diskussionsrunde u.a. mit:
- Sascha Zehner, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Kultur und Medien im Landtag des Saarlandes,
- Dr. Carolin Lehberger, Direktorin der Volkshochschule
- und Dr. Markus Ehses, Projektkoordinator im Bereich Lehre an der HTW Saar und Sprecher der Nachhaltigkeitsinitiative.

--> Zum Nachlesen: Präsentation von Prof. Dr. Marco Rieckmann (PDF).

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31. Januar 2019
Schlosskeller Saarbrücken – 18 Uhr
Schloßstraße 1-15, 66119 Saarbrücken

Vom Umbau der Arbeit

In der vorletzten Veranstaltung ging es um die Zukunft der Arbeit und darüber, welche Impulse den Gedanken der Nachhaltigkeit in der Arbeitswelt prägen könnten. Nach einem Impulsvortrag von Professor Dr. Klaus Dörre, renommierter Professor für Arbeits-, Industrie-und Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Schiller Universität Jena, fand eine Diskussion mit Anke Rehlinger, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes, statt.

Die Arbeitswelt von morgen wird anders aussehen als die von heute. Nicht nur, weil Änderungen wie die Digitalisierung schon in vollem Gange sind. Auch der Wandel unserer Wirtschafts- und Lebensweise zu einer nachhaltigeren Gesellschaft erfordert und ermöglicht einen „Umbau“ unserer Arbeitsweisen. Welche Änderungen sind in der deutschen und europäischen Arbeitswelt schon im Gange und welche wären notwendig, um eine sozial-ökologische Transformation unserer Gesellschaft voranzutreiben? Wie könnte eine nachhaltige Arbeitswelt in Zukunft aussehen? Welche Chancen und Herausforderungen bietet dabei unter anderem die Digitalisierung?

Diesen und ähnlichen Fragen widmete sich der Impulsvortrag „Arbeit in der großen Transformation – Trends und Alternativen“ von Professor Dr. Klaus Dörre. In der anschließenden Diskussion unter der Moderation von Dr. Luitpold Rampeltshammer, Leiter der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt der Universität des Saarlandes, ging es unter anderem um die Bedeutung dieser Fragen auch für Beschäftigte im Saarland. Auch der für eine nachhaltige Entwicklung anstehende Strukturwandel spielte bei der Diskussion eine Rolle.

Referent: Prof. Dr. Klaus Dörre, Professor für Arbeits-, Industrie-und Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Schiller Universität Jena

Offene Diskussionsrunde mit: Anke Rehlinger, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr
 

--> Zum Nachlesen: Thesenpapier von Prof. Dr. Klaus Dörre (PDF).
--> Zum Nachhören: Radiobericht des Saarländischen Rundfunks über den Abend.
 

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8. November 2018
Schlosskeller Saarbrücken – 18 Uhr
Schloßstraße 1-15, 66119 Saarbrücken

Vom Umbau der Wirtschaft

Eine global nachhaltige Entwicklung erfordert, dass sich unsere Ressourcen- und Abfall-intensive Wirtschaftsweise ändert – weg vom „immer mehr und immer schneller“, hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft. Doch wie können wir in Zukunft anders wirtschaften? Welche Rahmenbedingungen sind dafür nötig? Was muss in unserer Wirtschaftsweise alles „umgebaut“ werden und wie können wir dies angehen? Was können PolitikerInnen, UnternehmerInnen und KonsumentInnen jetzt schon dafür tun? Diese Fragen wurden im Impulsvortrag kurz angerissen und in der anschließenden Diskussion mit VertreterInnen aus Politik und Wirtschaft sowie dem Publikum weiter diskutiert.

Referentin: Prof. Dr. Christine Lacher, Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und Gründungsmitglied des Netzwerks für Nachhaltige Ökonomie

Offene Diskussionsrunde mit:
- Sarah Gillen, Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr im Landtag des Saarlandes
- Petra Krenn, Geschäftsführerin der O/D Ottweiler Druckerei und Verlag GmbH
 
--> Zum Nachlesen: Nachbericht auf der Webseite der HAW Hamburg
  

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13. September 2018
Schlosskeller Saarbrücken – 18 Uhr
Schloßstraße 1-15, 66119 Saarbrücken

Vom Umbau unserer Gesellschaft

Deutschland ist Entwicklungsland – spätestens seit der Einführung der globalen Nachhaltigkeitsziele steht fest, dass auch hier viel passieren muss, um weltweit eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Doch wie muss unsere Gesellschaft „umgebaut“ werden? Wie kann unsere Lebensweise nachhaltiger werden? Und welche Chancen bietet dieser Wandel? In ihrem Impulsvortrag unter dem Titel „Damit gutes Leben einfacher wird“ sprach Prof. Dr. Angelika Zahrnt, Autorin des gleichnamigen Buches, von der anstehenden großen Transformation, den Wegen und Bedingungen, die sie ermöglichen sowie dem guten Leben, das sie bieten könnte. Danach diskutierten VertreterInnen aus Politik und Zivilgesellschaft über den Wandel auch hier im Saarland.

Referentin: Prof. Dr. Angelika Zahrnt, Wirtschaftswissenschaftlerin und Ehrenvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

Offene Diskussionsrunde mit:
- Peter Lehnert, Bürgermeister der Gemeinde Nalbach
- Johanna Werner von der Initiative Transition Town Saarbrücken
  

--> Zum Nachlesen: "Damit gutes Leben einfacher wird" - das Buch von Angelika Zahrnt und Uwe Schneidewind. 
   

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7. Juni 2018
Festsaal der Modernen Galerie – 18 Uhr
Bismarckstr. 11-15 – 66111 Saarbrücken

Vom Umbau globaler Entwicklung

In der Auftaktveranstaltung ging es zunächst um „Umbauten“ auf globaler Ebene. Dort hat sich das Verständnis von Entwicklung und Entwicklungspolitik in den letzten Jahren sehr verändert: Von der „3. Welt“ zur „Einen Welt“, sprich von der Entwicklungshilfe über die  -Zusammenarbeit bis hin zu den 2015 von der UN verabschiedeten 17 Nachhaltigkeitszielen, die erstmals für alle Länder der Welt gelten – auch für Deutschland. Was ist jetzt anders? Was heißt nun „Entwicklung“? Was bedeutet dies für uns alle? Nach einem Impulsvortrag zu diesen Fragen wurde in der Diskussion auch darüber gesprochen, was das veränderte Entwicklungsverständnis für die Arbeit saarländischer Organisationen und Initiativen, für Kommunen und Landkreise sowie für das Engagement eines jeden Einzelnen bedeutet.

Referent: Dr. Steffen Bauer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik

Offene Diskussionsrunde mit:
- Peter Gillo, Direktor des Regionalverbands Saarbrücken
- Tamara Enhuber, Saar-Bündnis Sklavenlos und Eine Welt-Fachpromotorin für global verantwortliches Wirtschaften beim Verein Vesomeko/Attac Saar
- Hans Jürgen Gärtner, LOBIKO Kongo-Partner Deutschland e.V.


Gesamtprogramm der Vortrags- und Dialogreihe
(Juni 2018 bis März 2019)

Folgetermine der Reihe im Herbst 2019/Frühjahr 2020

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11.Dezember 2019

ABGESAGT!! Globale Konzerne und soziale Nachhaltigkeit

Ein Vortrag der Reihe "Baustelle Nachhaltigkeit" in der Arbeitskammer des Saarlandes mehr lesen... »

23.Januar 2020

1. Runder Tisch Globales Lernen 2020

Die Zeiten scheinen sehr nach Veränderung zu drängen - Städte rufen den Klimanotsstand aus und Menschen treten weltweit verstärkt für ihre Rechte ein - im Moment macht sich Greta... mehr lesen... »

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19.September 2019

Initiative Lieferkettengesetz gestartet

Unternehmen zur Einhaltung von Menschenrechts- und Umweltstandards verpflichten! mehr lesen... »