Dienstag, 19. März 2019

Kampf für Mensch und Natur in Amazonien

Film und Diskussion mit Vertretern des Kichwa-Volkes aus Ecuador, den "Beschützern der Wälder"

Plakat Filmvorführung Sarayaku

Am Dienstag, den 19. März um 18 Uhr zeigte das Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V. zusammen mit mehreren Partnern den Kurz-Dokumentarfilm „Kawsak Sacha – Lebendiger Wald, das Lebenskanu“ im Filmhaus Saarbrücken (Mainzerstr. 8, 66111 Saarbrücken). Anschließend fand eine Diskussion mit Gästen des indigenen Volkes der Kichwa aus Sarayaku aus dem ecuadorianischen Amazonasgebiet statt.

 

Als Symbol des Lebendigen Waldes - Kawsak Sacha - entschied das indigene Volk der Kichwa aus Sarayaku, ein Kanu aus einem alten, auf ihrem Land gewachsenen Baum zu bauen. Dieses sollte als Akt der Rückeroberung und Entkolonialisierung zur Weltklimakonferenz 2015 in Paris gebracht werden. Mit dem Kanu als Stimme unterbreitete Sarayaku den Nationen der Welt den Vorschlag, alle Territorien indigener Völker zu "Lebendigen Territorien" zu erklären. Das bedeutet, dass jegliche Ausbeutung der Natur wie Ölförderung, Holzgewinnung und Bergbau hier keinen Platz haben. Auf diese Art ließe sich das Bewusstsein und ein Verständnis für den Schutz des Lebens und für naturbezogene Spiritualität entwickeln.

 

Das Filmhaus bot den Rahmen für die                                     Gualinga und Machao im Gespräch
Veranstaltung

 

Der Film von Eriberto Gualinga aus Sarayaku (30 Minuten) spricht über die Notwendigkeit, den Lebendigen Wald als eine Instanz zu begreifen, die unsere Realität beeinflusst. Es geht darum, den Wald, die "Lunge der Welt", als einen Teil von uns zu sehen, eingebettet in ein globales Netzwerk aus miteinander in Harmonie lebenden Wesen. In Ecuador sind es die Yachaks, die mit der Natur leben und das Wissen über die Natur und ihre Wesen verinnerlicht haben. Sie inspirieren die Menschen dazu, für das Leben zu kämpfen. Tupac Viteri Gualinga, u.a. ehem. Vize-Präsident des Regierungsrates von Sarayaku und Dionicio Machoa, u.a. ehem. Präsident des Kichwa-Volkes aus Sarayaku dikutierten mit dem Publikum über diese Philosophie. Die Moderation übernahm Thomas Schulz von attac Saar.

Die Veranstaltung wurde organisiert vom Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V. in Kooperation mit attac Saar, der Initiative Transition Town Saarbrücken, der BUNDJugend, den Naturfreunden Sektion Straßenbahn Saarbrücken, der Landeshauptstadt Saarbrücken, dem Klimabündnis Deutschland und der belgischen Organisation „La Casa Nicaragua“ und fand statt im Rahmen des Eine Welt-PromotorInnen-Programms, des von der Europäischen Union geförderten Projekts „Change the power – (Em)power to change“ sowie des von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geförderten Projekts „Transformation gestalten“.


                                                                Plakat zur Veranstaltung (PDF):
                                          

 

Zu den Gästen:

Tupac Viteri Gualinga, 34 Jahre, ist Mitglied des technischen Teams von Sarayaku. Aktuell koordiniert er ein bedeutendes Projekt zum Schutz des Territoriums, das Rechte und Visionen des Volkes Sarayakus einbezieht. Das Projekt findet statt in Kooperation mit der Organisation Casa Nicaragua aus Lüttich und wird von der Region Wallonien finanziert. Von 2011 bis 2013 war er Vize-Präsident des Regierungsrates von Sarayaku und von 2009 bis 2011 Leiter der Außenbeziehungen. So war er in den Vorgängen an der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte stark involviert. Unter anderem hat er eine große Kampagne des Zusammenschlusses und der Territorialverteidigung mit den benachbarten Völkern von Sarayaku ins Leben gerufen.

Dionicio Machoa, 45 Jahre, ist diplomierter Umweltmanager und innerhalb des technischen Teams des Regierungsrates mit dem Studium und Monitoring von natürlichen Ressourcen beauftragt. Er ist auch Koordinator des lokalen Förster-Teams, den Kaskirunas, das sich beim oben genannten Projekt formte. Von 2007 bis 2009 war er Präsident des Volkes. Seit jeher hat er sich den Kämpfen seines Volkes und dem Umweltschutz gewidmet.

 

 

 

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