Montag, 30. Juni 2014

Zwei Jahre nach Ende des Kohlebergbaus im Saarland: Woher kommt die Kohle heute?

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie und der Arbeitskammer des Saarlandes.

Wolfgang Staudt

Das Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V., die Arbeitskammer des Saarlandes und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie laden am 30. Juni 2014 zur Diskussionsveranstaltung "Woher kommt die Kohle heute?" ab 18:00 Uhr in die Arbeitskammer des Saarlandes, Fritz-Dobisch-Str. 6-8 in 66111 Saarbrücken.

Am 30. Juni 2012 endete der Bergbau im Saarland nach 250 Jahren. Für die saarländischen Kraftwerke und Kokereien bleibt Steinkohle jedoch ein bisher unersetzlicher Energieträger. Doch woher kommt diese Kohle heute und unter welchen Bedingungen wird sie gefördert? Arbeitsschutz- und Sicherheitsstandards, wie sie in deutschen Bergwerken über Jahre erkämpft wurden und heute selbstverständlich sind, haben in Kohleexportländern wie Kolumbien eine geringere Bedeutung. Dabei wurde in 2011 aus keinem Land soviel Kohle nach Deutschland importiert wie aus Kolumbien - auch für saarländische Kraftwerke zur Erzeugung von Strom und Wärme. Werner Huffer-Kilian vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V. wird die Auswirkungen auf die Umwelt und lokale Bevölkerung darstellen, wenn kolumbianische Kohle weit unter dem Preis angeboten wird, welcher für saarländische Kohle gezahlt werden musste.

Dietmar Geuskens, Bezirksleiter der IG BCE Saarland wird u.a. darauf ein gehen, wie es möglich ist, dass die vor wenigen Wochen im türkischen Soma kollabierte Mine ihren Preis von 130 auf 23,80 Dollar pro Tonne drücken konnte.

Abschließend wird Rubén Morrón von der kolumbianischen Gewerkschaft für Bergbau, Petrochemie, Agrarbrennstoff und Energie (SINTRAMIENERGETICA) schildern, welchen Repressalien und Drohungen er in seiner Arbeit als Gewerkschaftsführer ausgesetzt war. 2013 wurde dieser von Unbekannten beschossen und erhielt Todesdrohungen mit dem Inhalt: "Die Auslöschung der Gewerkschaft wird nicht gestoppt […] Tod den Gewerkschaftern". Amnesty International und internationale Gewerkschaften forderten darauf in einem öffentlichen Appell den Schutz des Gewerkschafters und seiner Familie.

 


Die anschließende Diskussion moderiert Christian Ott von der Arbeitskammer. Nach der Veranstaltung sind die Gäste zu einer Bergmannsportion (Lyoner, Weck und Getränke) eingeladen.
 
Ort: Arbeitskammer des Saarlandes, Fritz-Dobisch-Str. 6-8, 66111 Saarbrücken
Beginn: 18:00 Uhr

Diese Veranstaltung ist der Auftakt der Veranstaltungsreihe "Globale Verantwortung von Gewerkschaften". Jugendliche und ausgewählte saarländischen Gewerkschaften gehen dabei der Frage nach, wie die Produktionsbedingungen unserer Bekleidung, Handys und Nahrungsmittel sind, welchen Einfluss Gewerkschaften auf nachhaltige Produktionsbedingungen haben und wo sie an Grenzen stoßen.

 

 

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