Mittwoch, 11. Juni 2014

PRESSE: UMA COPA PRA QUEM? Wem nützt die WM in Brasilien?

Gemeinsame Presseerklärung der Deutsch-Lateinamerikanischen Gesellschaft (Delage) und des Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland (NES)

 

 

 

Mit der Fußballweltmeisterschaft und der Olympiade stehen in Brasilien zwei Sportveranstaltungen an, die die Weltaufmerksamkeit auf Brasilien lenken werden. Die Schattenseiten der Spiele und die damit verbundenen massiven sozialen Proteste der Mittel- und Unterschicht rücken dabei immer stärker in die öffentliche Berichterstattung – auch hierzulande.

 

Am 12. Juni ist Anpfiff der Fußballweltmeisterschaft 2014 der Männer in Brasilien. Dabei geht es mittlerweile um viel mehr als nur Sport. Wie bereits in Südafrika sind mit der Austragung der sportlichen Großereignisse massive negative Auswirkungen für die Umwelt und für die Mehrheit der Bevölkerung verbunden. Für teure Stadien und Infrastrukturprojekte sowie die Aufrüstung des Sicherheitsapparats wurden Steuergelder in Milliardenhöhe ausgegeben, während notwendige Investitionen in Bildung und Gesundheit auf der Strecke blieben. So zeigt sich jetzt schon, dass entgegen den Versprechen der FIFA und brasilianischer Politiker_innen, lediglich eine kleine privilegierte Bevölkerungsgruppe von dem Vermächtnis der WM profitiert, während die große Mehrheit der brasilianischen Gesellschaft die Rechnung dafür zahlt. Nicht nur gegen den Zusammenbruch des öffentlichen Verkehrswesens und Zwangsumsiedlungen aufgrund von Bauarbeiten, sondern auch gegen die massive Einschränkung der demokratischen Grundrechte demonstrieren die Menschen in Brasilien. Eine neue soziale Bewegung, ausgehend von den WM Basiskomitees, ist im Entstehen.

 

Die Deutsch Lateinamerikanische Gesellschaft Saar e.V. und das Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V. beleuchten im Rahmen der Entwicklungspolitischen Bildungstage im Saarland (EPOBITS) 2014 die sozialen und ökologischen Auswirkungen der Megaevents in Brasilien auf vielfältige Weise:

 

  • Vom 11.06. bis 11.07.2014 wird im Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes (Trierer Str. 33, 66111 Saarbrücken) die von den WM-Basiskomitees entwickelte Plakatserie „Uma copa pra quem? Eine WM ohne Rechte?“ gezeigt, begleitet von einer Fotoausstellung von Ana Carina Mensch über die sozialen Folgen der Megaevents und die Proteste dagegen. Während der Öffnungszeiten des Ministeriums ist diese Ausstellung im Foyer frei zugänglich.

  • Für Schulklassen ab Stufe 8 sowie Jugend- und Sportgruppen ab 14 Jahren werden während der gesamten WM im Bildungsministerium Begleitworkshops zu einer Führung durch die Ausstellung angeboten (Anmeldung und weitere Informationen auf www.nes-web.de oder www.delage.org .

  • Zur Ausstellungseröffnung am Mittwoch, den 11.06.2014 ab 18.00 Uhr wird Wolfgang Hees von der deutschen Nichtregierungsorganisation Kooperation Brasilien e.V. (KOBRA) einen Vortrag zum Thema „Sozialer Ausschluss und Umweltzerstörung durch die Megaevents in Brasilien“ halten. Im Anschluss kann bei einem Umtrunk die Ausstellung besichtigt werden. Dabei feiert die brasilianische Musikerin Elisa Pretinha ihre Premiere in Deutschland.

  • Am Dienstag, den 17.06.2014 um 19.00 Uhr wird der von einem brasilianischen Filmteam gedrehte und hochaktuelle Dokumentarfilm „Domínio Público“ (2014), OmeU gezeigt, der die aktuellen Ereignisse in Brasilien beleuchtet. Im Anschluss steht Sebastian Hilf (Berlin), der an dem Film mitgewirkt hat, zur Diskussion über die sozial-räumlichen Auswirkungen der sportlichen Großereignisse und die Protestbewegungen in Brasilien zur Verfügung.

  • Am Dienstag, den 24.06.2014 um 19.00 Uhr wird der Dokumentarfilm „Rebellen am Ball“ gezeigt, in dem der ehemalige französische Fußball-Star Eric Cantona fünf Fußball-Profis vorstellt, die ihren Ruhm nutzen, um für Menschenrechte und gegen Ungerechtigkeit in ihren jeweiligen Heimatländern auf- und anzutreten. Der bekannteste der fünf porträtierten Fußballspieler ist der Brasilianer Sócrates, der in den 1980er-Jahren seine Spiele zum Protest gegen die herrschende Militärdiktatur nutzte. Im Anschluss findet eine Diskussion mit den Veranstaltern über die gesellschaftsrelevanten Funktionen des Fußballs statt.

  • Am Montag, den 07.07.2014 um 19.00 Uhr diskutieren Vertreter verschiedener gesellschaftlicher Gruppen über das Thema „Fußball und soziale Verantwortung. Von den Megaevents bis zur Jugendarbeit“. Dabei werden die Fragen im Mittelpunkt stehen, welche Geschäftspraktiken mit sportlichen Großveranstaltungen verbunden sind, welche Missstände in der Sportartikel- und Bekleidungsindustrie herrschen und wie Sportvereine vor Ort – auch global – stärkere soziale Verantwortung übernehmen können.

Moderation der Podiumsdiskussion: Steffen Demuth (SR-Sportchef Hörfunk & Fernsehen)

  • Ort aller Veranstaltungen: Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes (Trierer Str. 33, 66111 Saarbrücken).

  • Der Eintritt ist frei.

  • Fotoquelle: Anna Carina Mensch, Rechte vorhanden.

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